Der nächste Wasserstoff-Versuch

Auch wenn die meisten Hersteller die Idee vom Wasserstoff-Antrieb wieder begraben haben, gibt es doch immer wieder Versuche, das Konzept doch noch auf einen massentauglichen Stand zu bringen. Der neueste Anlauf kommt aus Großbritannien und heißt Riversimple Rasa. Der kleine Zweisitzer soll mit Leichtbau, erprobtem Antrieb und einem besonderen Verkaufskonzept punkten.

Leichtes Fahrzeug und große Investitionen
Der Rasa wurde von Chris Reitz – Designer des Fiat 500 – gezeichnet und verfügt über ein ultraleichtes Carbon-Chassis. Insgesamt bringt das Fahrzeug lediglich 580 Kilogramm auf die Waage – trotz der schweren Antriebstechnik. Unterstützt wird das Projekt von der walisischen Regierung, die Riversimple zwei Millionen Pfund, also rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Mit einer Crowdfunding-Kampagne soll das Budget um weitere zwei Millionen Euro aufgestockt werden.

480 Kilometer Reichweite
Ein Wasserstoff-Tank beliefert die Brennstoffzelle mit Kraftstoff. Die Zelle – baugleich mit der in aktuellen Gabelstaplern mit dieser Technik – wandelt den Wasserstoff dann in Elektrizität um. Der Strom fließt anschließend in vier Motoren, je einer pro Rad. Der Rasa kann auf rund elf PS vertrauen und erreicht etwa 96 km/h Topspeed. Mit 1,5 Kilogramm Wasserstoff fährt das Auto 480 Kilometer, wobei mehr als 50 Prozent der Bremsenergie rekuperiert werden.

Public Beta als Test
Sollte das Crowdfunding die erhofften zwei Millionen Euro in die Kassen spülen, soll noch 2016 eine sogenannte ,Public Beta" starten, bei der 20 Autos für den Zeitraum von einem Jahr an potenzielle Kunden verteilt werden, die das Fahrzeug dann quasi ,im Feld" testen sollen. Und auch beim Vertrieb hat sich Riversimple etwas einfallen lassen. Die Kunden kaufen kein Fahrzeug, sondern schließen quasi eine Langzeitmiete ab. Bei diesem Konzept deckt ein monatlicher Betrag alle Service-, Versicherungs- und Krafstoffkosten, ohne dass sich die Fahrer Sorgen um den Wiederverkauf machen müssen. 2018 soll es damit losgehen.

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