Supersportler Arash AF10 Hybrid

Was haben der Porsche 918 mit 887 PS, der Ferrari LaFerrari mit 963 PS und der McLaren P1 mit 916 PS gemeinsam? Sie sind deutlich schwächer als ein neuer Supersportler vom britischen Sportwagenhersteller Arash.

Ein V8 und vier E-Motoren
Die früher unter dem Namen Farboud firmierende Marke stellt mit dem AF10 Hybrid einen 4,65 Meter langen und nur 1,17 Meter hohen Hybridboliden vor. Für den Antrieb sorgt ein 6,2-Liter-Kompressor-V8, der mit 912 PS alleine schon etwa so viel Power hat wie die genannten Supersportler. Doch bei dem Neuling kommen noch vier Elektromotoren hinzu, die jeweils 299 PS bringen, also zusammen 1.196 PS. So landet man bei kieferausrenkenden 2.108 PS. Kein Hybridsystem ohne Akkus, also hier noch die Daten: Lithium-Ionen-Technik, 32 Kilowattstunden, maximale Leistungsabgabe 880 Kilowatt. Letzteres entspricht genau den 1.196 PS an installierter Elektromotoren-Leistung. Mit anderen Worten: Die Batterie gibt genug Leistung ab, um alle E-Motoren mit voller Kraft laufen zu lassen.

Mehr Drehmoment, als ein Getriebe schafft
Das Drehmoment ist mächtig. Der Verbrenner schickt 1.200 Newtonmeter, und jeder E-Motor nochmal 270 Newtonmeter. Macht zusammen 2.280 Newtonmeter. Hält das ein irdisches Getriebe aus? Nun, im AF10 herrscht Arbeitsteilung: Es gibt nicht nur ein Getriebe, sondern fünf. Der V8 wird mit einem Sechsgang-Getriebe versorgt – manuell oder mit Paddles –, die E-Motoren haben jeweils ein Zweigang-Getriebe.

Jetzt kommt das Aber
Klingt alles super? Dann müssen wir jetzt ein bisschen Wasser in den Wein gießen. Denn der Wagen braucht für den Standardsprint 2,8 Sekunden. Für einen 2.100-PS-Wagen ist das ziemlich enttäuschend, denn der nur halb so starke Porsche 918 ist sogar schneller (2,6 Sekunden). Vielleicht liegt es am Gewicht? Das Chassis aus Carbon und Aramidkunststoff soll zwar nur so schwer sein wie 658 iPhone 6, und das Antriebssystem (Warp Drive genannt) kann mit 280 Kilo auch nicht schuld sein. Aber der Hersteller nennt das Gesamtgewicht nicht, und das macht die Sache verdächtig. Es könnte aber auch am Allradantrieb liegen oder an den Reifen – man weiß es nicht.

Für dicke Bankkonten
Aber die Beschleunigungsfrage ist letztlich sekundär, denn nur wenige werden sich das Auto überhaupt leisten können. Der AF10 Hybrid ist ab 1,1 Millionen Britische Pfund erhältlich, das entspricht 1,4 Millionen Euro. Zu viel? Nun, ersatzweise gibt es noch den normalen AF10 für 350.000 Pfund oder 445.000 Euro. Aber der hat keinen Warp-Antrieb, sondern nur einen konventionellen V8 mit fast schon langweiligen 558 PS.

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