VW-Konzernabend zum Genfer Autosalon 2016

Am Vorabend jeder großen Messe stellt der VW-Konzern traditionell seine wichtigsten Neuheiten vor. Das war auch dieses Jahr vor dem Genfer Autosalon (3. bis 13. März, Pressetage 1. und 2. März) der Fall, wenn auch in anderer Form. Wir waren vor Ort und berichten.

Neuheiten vom Budd-E bis zum Chiron
Anders als sonst fuhren nicht die Chefs der einzelnen Konzernmarken ihre Neuheiten ins Scheinwerferlicht, sondern die Fahrzeuge wurden eher beiläufig am Ende der Veranstaltung gezeigt. Die Highlights waren der VW Phideon (die angekündigte Elektroversion des kommenden Phaeton) und der Veyron-Nachfolger Bugatti Chiron. Porsche zeigte den 718 Boxster, VW neben dem Phideon noch den kleinen Elektro-Van Budd-E und Skoda die neue SUV-Studie VisionS. Bentley präsentierte den neuen Mulsanne, Lamborghini wie so oft nur ein Sondermodell – in diesem Fall den Huracán Avio. Audi und Seat durften nicht ihre Top-Neuheiten Q2 und Ateca zeigen, sondern nur von der IAA bekannte Autos, den Seat Leon Cross Sport und den Audi h-tron quattro concept. Im Gegensatz zu den vorherigen Jahren waren Ducati und VW Nutzfahrzeuge gar nicht vertreten.

Müller und der Chef-Digitalisierer sprechen
Konzernchef Michael Müller konnte in seiner Rede die Dieselaffäre natürlich nicht unerwähnt lassen: ,Mit den Software-Manipulationen wurden Regeln gebrochen." Bei seinem Ausblick vermittelte er den Eindruck einer Stimmung zwischen Aufbruch und Zweckoptimismus: ,Wir lassen uns von der Situation nicht lähmen." Er bekräftigte auch seinen Digitalisierungskurs: ,Wir müssen das Auto noch weiter als Mobile Device verstehen." Die Details zu erklären, war dann die Aufgabe von Johann Jungwirth, seit Herbst 2015 Leiter des neuen Konzern-Fachgebiets ,Digitalisierungsstrategie". Der 42-Jährige, den VW direkt von Apple abgeworben hat, sprach über seine Vision vom autonomen Fahren. In Zukunft sollte man rufen: ,Mein Audi, hol mich ab", und das Auto sollte anrollen. So will Jungwirth den Menschen ,ihre Zeit zurückschenken".

Mehr Bescheidenheit
Während VW sonst immer eigene Örtlichkeiten anmietete, fand die Veranstaltung dieses Mal in einer kleineren Messehalle statt. Und die Journalisten-Tribüne fehlte: Offenbar sollten die Medienvertreter nicht mehr wie Theaterpublikum auf eine Bühne blicken, auf der die Markenchefs wie in einer Gladiatoren-Show auftraten, sondern man sollte auf Augenhöhe miteinander sprechen. Man konnte fast schon von familiärer Atmosphäre sprechen. Auch der Kreis war kleiner: Es waren ,nur" etwa 400 Personen anwesend – früher waren es schon mal doppelt so viel. Insgesamt zeigte sich VW mit der Gestaltung des Messe-Vorabends deutlich bescheidener als bisher.

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