60 Jahre Peugeot 403 Cabrio

Inspektor Columbos Dienstwagen, das Peugeot 403 Cabrio, feiert 60. Geburtstag. Während die viertürige Stufenhecklimousine schon im April 1955 vorgestellt wurde, ging das Cabrio im Sommer 1956 an den Start. Insgesamt bedeutete die Baureihe für Peugeot den Schritt zum Großserienhersteller, denn erstmals wurde hier die magische Zahl von einer Million Stück überschritten.

Zeittypisch und doch der Zeit voraus
Der 403 wurde von Pininfarina entworfen und hatte eine Pontonkarosserie, das heißt, der Wagen hatte eine moderne Form mit glatten Seitenteilen, ohne aufgesetzte Trittbretter und Kotflügel. In den 50er-Jahren war das noch nicht selbstverständlich, wie gerade der VW Käfer zeigt. Als typischer Vertreter hatte der 403 sehr runde, gewölbte Formen, wie sie auch der ,Ponton-Mercedes" (das Modell 180) aufwies. Das viersitzige und 4,47 Meter lange Cabrio besaß ein großes Faltverdeck und optional ein Kunststoff-Hardtop. Es war eines der ersten Frischluft-Modelle mit selbsttragender Ponton-Karosserie in der 1,5-Liter-Mittelklasse. Angetrieben wurde der Wagen von einem 58 PS starken 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner. Es krönte das Peugeot-Modellprogramm – es kostete rund 70 Prozent mehr als die Limousine. Trotzdem war das 403 Cabriolet noch preiswerter als fast alle Wettbewerber.

Ungewöhnliche Umklapp-Mechanik
Überraschend unkompliziert gestaltete sich der Einstieg nach hinten, denn die Lehnen der Vordersitze schwenkten nicht nur nach vorn, sondern auch zur Seite. Komfortabel war auch die Möglichkeit, das Schalten dem Auto zu überlassen: Optional übernahm eine innovative elektromagnetische Kupplung von Jaeger das Kuppeln beim Gangwechsel.

Im uralten Auto zu den Reichen und Schönen
Von 1956 bis 1961 wurden lediglich 2.050 Exemplare gebaut. Bis heute begehrenswert macht den offenen 403 nicht nur die schicke Pininfarina-Karosserie, sondern auch die außergewöhnliche Produktqualität. Daneben prädestinierte auch der etwas abgeschabte Look das Auto für seine TV-Karriere – sie passte gut zum zerknautschten und unkonventionellen Columbo, der von Peter Falk verkörpert wurde. 1968, sieben Jahre nach Produktionsende des 403 Cabrio, startete der Inspektor damit seine Ermittlungen unter Hollywoods Reichen und Schönen, und die Krimiserie lief über 25 Jahre. Laut Filmskript hatte das Auto schon weit über 160.000 Kilometer auf der Uhr. Ein Problem war für Columbo immer die laut krachende Dreigang-Lenkradschaltung. Wir konnten seine Probleme gut nachvollziehen, als wir im Jahr 2008 ein Exemplar des Baujahrs 1960 aus den Beständen von Peugeots Firmenmuseum in Sochaux fuhren.

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