Style Edition Garia Golf Car: Schöner einlochen

Mercedes macht jetzt in Golf. Wie bitte? Haben die Schwaben spontan VW gekauft? So dramatisch ist es dann doch nicht: Vielmehr geht es um das neue ,Style Edition Garia Golf Car", für dessen Optik die Designabteilung von Mercedes verantwortlich ist.

Kurz, aber hoch
Bereits im Jahr 2013 hatte Mercedes seine Fans dazu aufgerufen, ihre Ideen für einen Golf-Wagen der Zukunft einzureichen. Gemeint sind jene ,Golf-Carts", mit denen die Spieler sich und ihre Schläger von Loch zu Loch transportieren. Denn jene Elektrokarren sind seit Jahrzehnten fast unverändert. Gut für die Mercedes-Designer, die sich so austoben konnten. Mit Einschränkungen: Golf Carts sind schmaler und kürzer als normale Automobile, dafür aber höher. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das im Fall des Sonder-Benz: 2,35 Meter lang, 1,20 Meter breit und 1,72 Meter hoch. Der Wendekreis beträgt 5,2 Meter.

Erfrischungen an Bord
Wohl das witzigste Detail des elektrisch angetriebenen Wagens ist sein ,Kühlergrill", der an die Autos von Mercedes erinnern soll. Ähnlich ist es mit den Fünfspeichen-Felgen. Fahrer und Beifahrer blicken durch eine gewölbte Frontscheibe, das Dach aus Carbon ist farblich abgesetzt. Ein kleiner Heckspoiler fungiert als Golfbag-Halter. Er kann zwei dieser Taschen in nach hinten angewinkelter Position aufnehmen, wodurch die Golfschläger einfach zu entnehmen sind. Damit nicht genug: Unter der Sitzbank steht ein Kühlschrank zur Verfügung, eine Ablage unter dem Instrumententräger hält Golfbälle aufgereiht bereit. Natürlich dürfen auch Getränkehalter nicht fehlen.

Feine Materialien
Überhaupt geht es innen luxuriös zu: Carbon, Holz und helles Leder schmeicheln dem premium-verwöhnten Golfspieler. Auf einem 10,1 Zoll großen Touchpad werden innen Fahrzeuginformationen angezeigt, die Insassen können aber auch einen Blick auf die Gliederung des Golfplatzes oder ihre Scorecard werfen.

Ab auf die Straße!
Technisch wurde Mercedes von Garia unterstützt, einer Firma, die auf luxuriöse Golf Carts spezialisiert ist. Diese Art von Fahrzeugen wird auch häufig in US-Rentnerparadiesen, wo der Golfplatz an die Wohnanlage grenzt, im öffentlichen Straßenverkehr eingesetzt. Deswegen weist auch das Mercedes-Modell eine komplette Lichtanlage auf. Der Elektromotor sorgt für ein Gewicht des Fahrzeugs von 440 Kilogramm und leistet drei Kilowatt. Kurzfristig stehen bis zu elf Kilowatt bereit. Genug, um auch mit der erlaubten Zuladung von 460 Kilogramm auf 30 km/h zu beschleunigen. Die Reichweite beträgt bis zu 80 Kilometer, nach sechs Stunden ist der Lithium-Ionen-Akku wieder voll. Der Fahrer hat die Wahl aus einem Eco- und einem Sport-Modus, vorne sind Scheibenbremsen montiert.

Noch eine seriennahe Studie
Ob das Golf Cart driftfähig ist? Vorerst baut Garia für Mercedes zwei fahrbereite Exemplare des noch als Showcar deklarierten Mobils. Laut dem Autohersteller werden aber ,die Reaktion des Marktes und der potenziellen Kunden in eine Serienproduktion integriert". Anders formuliert: Man ist für Verbesserungsvorschläge offen. Einen Verkaufspreis gibt es noch nicht. Deutsche Golf-Fans, die ein Auge auf den sehr speziellen Mercedes werfen wollen, sei der 3. bis 8. Oktober 2016 empfohlen. Dann findet in Stuttgart das ,Mercedes Trophy World Final" statt.

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