Rückschlag für VW: US-Chef tritt zurück

Mitten im Kampf gegen den Abgasskandal trifft den VW-Konzern nun der nächste Schlag: US-Chef Michael Horn verlässt das Unternehmen überraschend und mit sofortiger Wirkung.

Abschied nach harten Zeiten
Horn war seit Anfang 2014 der Chef von VW in den USA. Schon vor dem Abgasskandal hatte er dort keine leichte Aufgabe, hatte mit massiven Absatzproblemen zu kämpfen. In Folge des ,Dieselgate"-Skandals musste Horn vor dem US-Kongress aussagen, sich mehrmals öffentlich entschuldigen und generell den Kopf für die Manipulationen an VW-Fahrzeugen hinhalten. Interims-Nachfolger von Horn wird der künftige VW-Nordamerika-Chef Hinrich Woebcken. Er sollte erst ab April sein neues Amt antreten, springt nun aber sofort für Horn ein.

Wie geht es weiter?
Bisher gibt es noch immer keinen Plan, wie die betroffenen Fahrzeuge in den USA korrigiert werden sollen. Der letzte Vorschlag seitens VW wurde von der US-Umweltbehörde EPA im Januar abgelehnt. Die Grenzwerte für Stickoxide sind in den USA niedriger als in Deutschland, was den ganzen Prozess noch weiter verkompliziert.

VW läuft die Zeit davon
Allerdings wird es für VW langsam Zeit, eine Lösung zu finden. Am 24. März läuft das Ultimatum eines Richters ab, der hunderte von Zivilklagen vertritt. Außerdem drohen dem Unternehmen Sammelklagen in Milliardenhöhe. Darüber hinaus haben mehrere Gemeinden VW wegen Umweltverschmutzung angezeigt und die Staatsanwaltschaft der USA ermittelt wegen Betrugs.

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