Ford testet Agave-Fasern für Fahrzeugteile

Schnaps im Auto? Besser nicht! Zumindestens, wenn es um den Fahrer geht. Doch in absehbarer Zukunft könnte in Autos ein Abfallprodukt aus der Tequila-Produktion zum Einsatz kommen. Daran forscht Ford seit geraumer Zeit.

Abkehr vom Öl
Doch der Reihe nach: In jedem neuen Auto stecken heute durchschnittlich rund 200 Kilogramm Kunststoff – Produkte der Petrochemie, die dafür Erdöl verwendet. Aber Erdöl wird langfristig seltener und teurer. Was gibt es also an Alternativen? Laut der UN entstehen weltweit jährlich etwa fünf Milliarden Tonnen Biomasse. Nur ein geringer Teil davon wird weiterverwertet. Hier kommen nun Ford und Jose Cuervo, der weltweit größte Tequila-Hersteller ins Spiel.

Von der Frucht zur Faser
Tequila entsteht aus der Agave: Diese Frucht wächst sieben Jahre lang und wird dann geerntet. Einige Bestandteile werden danach geröstet, die Pflanzensäfte extrahiert und destilliert. Übrig bleiben die Agave-Fasern, von denen bislang nur wenige weiterverwertet werden, etwa als Kompost oder Grundlage für Papier.

Bio ist Trumpf
Aus diesen Pflanzenfasern will Ford nun einen Verbundkunststoff für Fahrzeugteile herstellen. Dafür werden Haltbarkeit und Wärmebeständigkeit getestet. Zum Einsatz könnte die Agave im Innenraum oder in Kabelbäumen kommen. Erste Bewertungen loben die ästhetischen Qualitäten und die Robustheit. Eine Bio-Premiere wäre die Tequila-Frucht übrigens nicht: Schon jetzt kommen acht verschiedene Bio-Materialien bei Ford-Fahrzeugen zum Einsatz. Die Bandbreite reicht von Rizinusöl, Weizenstroh und Holz bis zu Reiskornschalen.

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