Unfall im Ausland: Was ist zu tun?

15 Millionen Deutsche fahren alljährlich mit dem Auto in den Urlaub. Da ist es kein Wunder, dass auch der eine oder andere Unfall im Ausland passiert. Was Sie dazu wissen sollten, erklärt nun das Goslar-Institut, das zur Versicherung HUK-Coburg gehört.

Unfallbericht und Grüne Karte müssen mit
Vor dem Wegfahren sollten sich Urlauber den Europäischen Unfallbericht und die Grüne Versicherungskarte bei der Autoversicherung besorgen. Letztere ist zwar innerhalb der EU nicht mehr vorgeschrieben, kann aber hilfreich sein. Erforderlich ist sie bei Fahrten nach Albanien, Bosnien-Herzegowina, Iran, Israel, Marokko, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Russland, Serbien, Türkei, Tunesien, Ukraine und Weißrussland. Der Europäische Unfallbericht erleichtert das Erstellen des Unfallprotokolls – im In- und Ausland. Notieren sollte man sich zudem die Telefonnummer des Zentralrufs der Autoversicherer: Sie lautet beim Anruf aus dem Ausland 0049 40 300 330 300, im Inland wählt man 0800 250 260 0. Wichtig ist auch die europaweit einheitliche Notrufnummer 112.

Absichern und Polizei holen
Und wenn es wirklich zu einem Unfall kommt? Nach dem Absichern der Unfallstelle – mit Warnwesten! – sollte man immer die Polizei verständigen. In manchen Fällen kann eine polizeiliche Unfallaufnahme oder ein Gutachten der dortigen Versicherung Voraussetzung für späteren Schadenersatz sein. Das gilt jedoch nicht für Bagatellschäden, für die die Polizei ohnehin oft nicht mehr ausrückt. Sodann werden die Daten mit dem Unfallgegner ausgetauscht: Name und Anschrift des Fahrers, Typ und Kennzeichen des Fahrzeugs, Name des im Fahrzeugschein eingetragenen Fahrzeughalters und die gegnerische Versicherung sowie Versicherungsnummer. Am besten, man hat so viele Daten des Unfallgegners wie möglich, denn häufig klappt dann die Schadensregulierung schneller. Auch das Unfallprotokoll sollte so umfassend und detailliert wie möglich sein. Reichlich Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln helfen, Schäden und Unfallhergang zu dokumentieren. Auf keinen Fall sollte man Papiere in fremder Sprache unterzeichnen.

Und wenn der Unfallgegner nicht versichert ist?
Und was ist, wenn der gegnerische Unfallverursacher nicht versichert ist? Keine Angst: Dafür gibt es die Entschädigungsstelle der Autohaftpflichtversicherer, die es im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gibt. Die Kosten werden aus dem Garantiefonds des Landes bestritten, aus dem der nicht versicherte Unfallverursacher stammt. Art und Umfang des Schadenersatzes richten sich allerdings in der Regel nach dem Recht des Unfalllandes.

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