Der Bullet ist das erste neue Auto der britischen Marke seit 2011

Zugegeben, es ist keine Marke, die jeder Autofan zwangsläufig auf dem Schirm hat. Aber unter Kennern löst die Erwähnung von Bristol immer noch Bewunderung aus. Zwischen 1947 und 2011 baute Bristol luxuriöse Sportwagen in Kleinstauflagen. Doch vor fünf Jahren war das Pulver endgültig verschossen und die Firma insolvent. Mit dem Bullet wagt man nun den Neustart.

Es war einmal ein BMW
Der Bullet, ein 4,20 Meter langer und 1,20 Meter hoher Roadster, soll ab dem ersten Quartal 2017 erhältlich sein. Pünktlich zum 70-jährigen Jubiläum der Marke Bristol, was uns zu einem kleinen historischen Exkurs bringt. Das erste Bristol-Auto, der 400, entstand 1945 gemeinsam mit Frazer-Nash und BMW. Frazer-Nash hatte bereits in den 1930er-Jahren BMW-Modelle in England verkauft, nach dem Krieg gelangten diverse Unterlagen auf die Insel. Deshalb bildeten BMW-Vorkriegstypen die Grundlage für die ersten Bristol-Fahrzeuge, sogar die Niere blieb erhalten. Ursprünglich nur als Autoabteilung des Flugzeugherstellers Bristol gegründet, wurde Bristol Cars 1947 eigenständig und löste sich von Frazer-Nash.

Vom Zufallsfund zur Serie
Nach der Insolvenz von Bristol im Jahr 2011 wurde die Marke wieder mit den Resten von Frazer-Nash zusammengeführt. Heraus kam der Bullet, ein Roadster mit einem Leergewicht von 1,1 Tonnen. Sein Design soll an den 404 erinnern, den ersten Bristol ohne BMW-Niere. Laut Hersteller fand man in der alten Bristol-Fabrik unter einer verstaubten Plane einen Speedster-Entwurf, der die Grundlage für den Bullet bildete.

Achtzylinder mit bayerischen Genen
Was gibt es Greifbares zu vermelden? Die Karosserie des Bullet besteht aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff, innen hat der Kunde die Wahl zwischen Holz- oder Carbondekor. Trotz der nostalgischen Form ist der Bullet durchaus auf dem Stand der Zeit. Ein Touchscreen in der Mittelkonsole stellt Bluetooth, WLAN und Digitalradio bereit. Kommen wir zu den technischen Daten: Unter der Haube arbeitet ein 4,8-Liter-V8 mit 375 PS Leistung und 490 Newtonmeter Drehmoment. Das Aggregat stammt von BMW und wird bei Bristol endmontiert. Dort nennt man ihn in Anlehnung an einen alten Flugmotor, der unter anderem im Lancaster-Bomber des zweiten Weltkriegs zum Einsatz kam, ,Hercules". BMW-Experten dürfte die Abkürzung N62B48 geläufiger sein, dieser V8 kam zwischen 2005 und 2010 im 550i der Baureihe E60 zum Einsatz. Heutzutage wird er noch im Morgan Plus 8 verbaut. Den Bristol Bullet soll der Motor in 3,8 Sekunden auf fast 100 km/h beschleunigen, maximal sind 250 km/h möglich. Zum Preis des Bullet äußert sich Bristol noch nicht, angesichts der Fertigung in Handarbeit rechnen wir aber mit mindestens 150.000 Euro.

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