Feuerwehrfahrzeuge auf Basis des Mercedes Atego

Mercedes freut sich über einen Großauftrag vom hessischen Innenministerium: Das Bundesland stattet seine Feuerwehren mit 50 Fahrzeugen vom Typ Mercedes Atego aus. Das Besondere: Die neuen Löschfahrzeuge erfüllen schon die strenge Euro-6-Abgasnorm. Damit setzt das schwarzgrün regierte Bundesland auf Umweltfreundlichkeit, obwohl die Ausnahmeregelungen für die Feuerwehr auch noch Euro-5-Fahrzeuge ermöglichen – mit wesentlich höheren Partikel- und NOx-Emissionen.

5,1-Liter-Diesel mit 900 Newtonmeter Drehmoment
Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von fast 17 Tonnen kommt es bei Atego-Feuerwehrfahrzeugen vor allem auf das Drehmoment an. Die bestellten Löschautos vom Typ Atego 1323 4x4 haben einen 231 PS starken 5,1-Liter-Vierzylinder mit 900 Newtonmeter Drehmoment. Über ein automatisiertes Achtgang-Getriebe treibt er alle vier Räder an. Für die Verzögerung sorgt eine zweistufige Dekompressions-Motorbremse im Zusammenspiel mit mechanischen Bremsen. Die Euro-6-Norm wird ähnlich wie bei vielen Pkw durch eine gekühlte Abgasrückführung, einen Partikelfilter und ein SCR-System mit dem Additiv Adblue eingehalten. Das Abbrennen der im Filter gesammelten Rußpartikel geschieht laut Mercedes bei Feuerwehrfahrzeugen meist problemlos, da sie meist mit Vollgas gefahren werden und so schnell die fürs Abbrennen nötige Temperatur erreichen. Ist dies einmal nicht der Fall, kann der Fahrer den Abbrennvorgang auch selbst starten.

7,21 Meter lang und 3,30 Meter hoch
Die 7,21 Meter langen, 3,30 Meter hohen und 2,50 Meter breiten Fahrzeuge besitzen einen Aufbau von der Firma Ziegler in sogenannter ALPAS-Bauweise (Aluminium-Paneel-System). Es entspricht der kleinsten Löschgruppenfahrzeug-Kategorie LF 10. Dabei gibt die Zahl die Leistung der Löschpumpe in 100 Liter pro Minute bei 10 bar an – in diesem Fall sind es also 1.000 Liter pro Minute bei zehn bar. Im Aufbau befindet sich ein Behälter für 1.200 Liter Löschwasser, dazu gibt es eine Kabine für neun Personen – einen Gruppenführer und acht Mannschaftsmitglieder.

Atego: 15 verschiedene Radstände
Der 1998 gestartete Atego erhält seit Einführung der zweiten Generation im Jahr 2013 Euro-6-Diesel. Neben dem 5,1 Liter-Vierzylinder in vier Leistungsstufen kann auch ein 7,7-Liter-Sechszylinder in drei PS-Varianten eingebaut werden. Auch sonst ist der LKW sehr variabel: 15 Radstände, drei Fahrerhauslängen, vier Fahrerhausvarianten, 72 Gewichtsvarianten und 34 verschiedene Nebenantriebe werden angeboten. Neben dem Atego hat Mercedes noch die LKW-Modelle Actros, Antos und Arocs im Programm. Auch auf Basis des Antos gibt es Feuerwehrfahrzeuge. Erst kürzlich bekam die Mercedes-Werksfeuerwehr sechs Antos-Fahrzeuge. Sie sind noch stärker als die hessischen Feuerwehrfahrzeuge: Für den Antrieb sorgt ein 428 PS starker Euro-6-Sechszylinder und ein automatisiertes Zwölfgang-Getriebe. Zum Löschen gibt es einen Wassertank mit 2.500 Liter sowie einen Schaumtank mit 200 Liter. Der Wasserwerfer schafft bis zu 2.400 Liter pro Minute.

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