Techno Classica 2016: Porsche zeigt restaurierten 911 2.5 S/T in Essen

Alle lieben den Elfer: Auf der Oldtimermesse Techno Classica in Essen (6. bis 10. April 2016) wird der Porsche 911 in vielen Varianten und Preisnotierungen zu sehen sein. Einer davon ist aber unverkäuflich, obwohl sich die Fans nach ihm die Zunge lecken dürften: ein restaurierter 911 2.5 S/T mit bewegter Rennsportgeschichte. Ihn präsentiert die Klassik-Abteilung des Sportwagenherstellers.

Äußerst rare Sport-Preziose
Lediglich 24 Exemplare des Porsche 911 2.5 S/T entstanden ab Ende 1971 auf der Basis des 911 2.4 S Coupé. Gedacht waren sie für Kundensporteinsätze auf Rennstrecken und im Rallyesport. Das hatte seinen Preis, genauer gesagt immense 49.680 Mark, eine Differenz von 19.000 Mark gegenüber dem Serienmodell. Im Gegenzug wurde der Zwo-Fünfer-Elfer werksseitig konsequent nach Maßgabe des internationalen Sportgesetzes modifiziert.

Erfolgreich in Le Mans
Den jetzt in Essen ausgestellten 911 2.5 S/T hatte im November 1971 der US-Rennfahrer Mike Keyser bestellt und setzte ihn bei zahlreichen Rennen in seiner Heimat, aber auch in der Langstrecken-Weltmeisterschaft ein. Mit von der Partie war der bekannte Porsche-Werksfahrer Jürgen Barth. Er bestritt mit Keyser in der Saison 1972 unter anderem die Targa Florio und das 1.000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring. Höhepunkt waren die 24 Stunden von Le Mans, bei denen der Schweizer Sylvain Garant das Team ergänzte. Heraus sprang neben einem Klassensieg ein erstaunlicher 13. Rang in der Gesamtwertung.

Aus Schrott zu neuem Glanz
Viele Jahrzehnte später wurde der Keyser-911 von einem Sammler in den USA wieder entdeckt. Das Fahrzeug war in einem desolaten Zustand und wurde zur Restaurierung nach Stuttgart zu ,Porsche Classic" gebracht. Die Experten stellten einen Umbau auf das spätere G-Modell fest, hinzu kam ein unsachgemäß reparierter Unfallschaden. Auch der Rost wütete hemmungslos in dem besonderen Elfer. Damit nicht genug: Der Wagen diente offenbar über die Jahre als Kinderspielplatz, wodurch das Dach irreparabel deformiert war. Aber Porsche Classic nahm sich der Herausforderung an, auch um das eigene Know-how unter Beweis zu stellen. Schließlich geht der Trend bei alten Porsche 911 zu aufwendigen Restaurierungen, selbst wenn sie nicht so rar sind wie der frühere Rennwagen.

Konserviert für die Ewigkeit
Nach umfangreichen Blecharbeiten erhielt die Karosserie des 911 2.5 S/T eine kathodische Tauchlackierung für besten Rostschutz. Zu diesem Zweck wurde sie eigens in den Kreislauf der aktuellen Porsche-Serienfertigung aufgenommen. Anschließend erfolgte die Lackierung im originalen Farbton ,Hellgelb 117". Wie teuer das fertige Fahrzeug ist, bleibt Geheimnis des Besitzers. Nur zum Vergleich: Schon der normale 911 S der Baujahre 1971 bis 1973 wird im Zustand 1 mit 200.000 Euro gelistet.

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