Warum Blinkmuffel eine Gefahr für alle sind

Kennen Sie das? Sie sind zügig auf der Autobahn unterwegs und möchten überholen. Plötzlich zieht der rechte Nebenmann ohne zu blinken nach links, Sie müssen in die Eisen. Oder eine andere Situation: Sie stehen an der Kreuzung und möchten abbiegen. Doch der Gegenverkehr blinkt erst beim Abbiegen selbst, wenn überhaupt. Und so denkt man häufig: Blinkt denn keiner mehr? Kostet der Vorgang Geld? Ist am Blinkerhebel ein Münzeinwurf?

Blinken als Kommunikation
Rund ein Drittel der deutschen Autofahrer nimmt es nach Expertenmeinung nicht so genau. Dabei ist das Blinksignal eines der wenigen Mittel, um während der Fahrt mit anderen Verkehrsteilnehmern zu kommunizieren. Heutzutage haben fast alle neuen Autos einen sogenannten ,Tippblinker", bei dem die einmalige Berührung für drei Blinktakte sorgt. Zugegeben: Gerade bei den Blinkern in der Frontpartie ist die Erkennung für andere Autofahrer manchmal schwierig, weil sie inmitten der Scheinwerfer kaum auszumachen sind. Entscheidend bleibt aber, dass man überhaupt blinkt.

Wann muss geblinkt werden?
Die Straßenverkehrsordnung regelt das nämlich durchaus detailliert. Grundsätzlich muss der Fahrer jeden Wechsel des Fahrstreifens durch Blinken anzeigen. Das gilt zum Beispiel beim Überholen und auch beim Vorbeifahren an einem stehenden Hindernis auf der Fahrbahn. Besonders wichtig ist das Blinken auch beim Auf- oder Abfahren von einer Autobahn oder Schnellstraße. Pflicht ist auch, den Blinker immer rechtzeitig zu setzen, damit sich die anderen Verkehrsteilnehmer entsprechend einstellen können. Eigentlich alles Selbstverständlichkeiten, die in der Fahrschule gelehrt wurden.

Zehn Euro Bußgeld, Probleme beim Unfall
Wichtig auch: die Fahrtrichtungsanzeige beim Abbiegen. Durch Blinken muss anderen Verkehrsteilnehmern der Abbiegewunsch angezeigt werden. Das gilt auch bei abknickender Vorfahrt oder beim Ausfahren aus einem Kreisverkehr. Beim Einfahren in den Kreisverkehr darf dagegen, um Missverständnisse auszuschließen, nicht geblinkt werden. Blinkpflicht gilt außerdem beim Anfahren vom Fahrbahnrand oder aus einer Parklücke und beim Einfahren zum Beispiel aus einer Grundstücksausfahrt auf die Fahrbahn. Wer nicht blinkt, riskiert ein Bußgeld von zehn Euro. Angesichts dieses lächerlichen Betrags wundert es nicht, dass sich mancher einen Teufel um die Vorschriften schert. Schon teurer wird es beim Unfall, hier haftet der Nicht-Blinker für die Folgen. Wichtig ist hier für die anderen Beteiligten die Beweispflicht, daher sollten Name und Anschrift von Zeugen notiert werden.

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