Weltpremiere des Volvo 140 vor 50 Jahren

Vor genau 50 Jahren, am 17. August 1966, wurde der Volvo 140 vorgestellt. Für die damaligen Verhältnisse verlief das Debüt spektakulär: Die neue Modellreihe wurde in vier skandinavischen Städten gleichzeitig enthüllt. Beim Hauptevent in Göteborg waren 400 Journalisten anwesend. Dabei stand der neue Volvo für eine eher unaufgeregte Art von Mittelklassewagen.

Nachfolger des Amazon
Im Juni 1960 beschloss der damalige Volvo-Chef Gunnar Engellau das Lastenheft. Die Schwedenmarke war damals dank Modellen wie dem P120 Amazon bereits international etabliert. Der 140 sollte der Nachfolger des Amazon werden. Er verfügte über denselben Radstand, bot aber deutlich mehr Raum für die Passagiere. Und das Design war völlig anders, obwohl es unter dem gleichen Chefdesigner entstand, der auch den Amazon entworfen hatte. Nur Details wie der anfangs zweigeteilte Grill, die vertikalen Rückleuchten und die kräftige Schulterlinie erinnerten an den Amazon. Der 140 hatte ein großzügiges Interieur und große Fenster. Klare und saubere Linien machten ihn zum typischen Vertreter des skandinavischen Designs. Auch neue Typenbezeichnungen wurden eingeführt: Die erste Ziffer zeigte die Modellreihe an, die zweite die Zylinderanzahl und die dritte die Zahl der Türen.

Vierzylinder im 140, Sechszylinder im 160
Auf den Serienstart des viertürigen 144 folgten im Frühjahr 1967 die zweitürige Limousine 142 und zum Modelljahr 1968 der fünftürige Kombi 145. Vom 145 leitete sich der 145 Express ab, der Ende 1969 startete. Mit erhöhter Dachlinie ab der B-Säule und fast einem Meter Laderaumhöhe diente er vor allem als gewerblicher Transporter. Alle 140er-Modelle erhielten anfangs den 1,8-Liter-Benziner aus dem Amazon mit 75 PS oder (mit Doppelvergaser) 100 PS. Zum Modelljahr 1969 folgte ein 2,0-Liter-Benziner mit 82 PS. Spitzenmodell wurde 1971 der 142 GT, dessen Einspritzmotor gleich 124 PS leistete. Besonders in den USA und in Schweden populär wurde das Sechszylindermodell 164, das 1968 startete. Ein 3,0-Liter-Reihensechszylinder arbeitete hier unter einer mächtigen Motorhaube mit großem Grill. Auch war der Radstand zehn Zentimeter länger als beim 144.

Neue Sicherheitssysteme
Sicherheit wurde bei der Baureihe 140 großgeschrieben. Die Karosserie besaß erstmals berechnete Knautschzonen vorne und hinten sowie einen Überschlagkäfig. Dazu hatte die Lenksäule eine neuartige Sollbruchstelle, das Armaturenbrett war mit Kunststoff gepolstert, die Dreipunkt-Sicherheitsgurte waren serienmäßig. Auch Gurte für die Rücksitze gab es. Später folgten Sicherheitskopfstützen vorn und hinten, ein Seitenaufprallschutz und sogar ein Gurtwarner. Als erster Volvo verfügte der Wagen auch über ein Zweikreis-Bremssystem mit Scheibenbremsen vorn und hinten. Zwei Reduzierventile verhinderten das Blockieren der Hinterräder bei einer Vollbremsung.

Schwedens erster Millionenseller
Als im Sommer 1974 der letzte Volvo 140 vom Band lief, waren 1.251.371 Stück gebaut worden. Damit war der Wagen der erste Millionenseller der schwedischen Marke. In Deutschland versechsfachten sich durch das neue Modell die Volvo-Zulassungszahlen. Slogans wie ,Sicherheit aus Schwedenstahl" trugen zu dem Erfolg bei. Noch beliebter als der 140 ist bis heute nur der Volvo 240, der 1974 wesentliche Teile des 140 übernahm und von dem bis 1993 weltweit rund 2,8 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert wurden.

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