Infiniti VC-T mit veränderlicher Verdichtung

Wie ein astreiner Aprilscherz mutet die neuste Erfindung von Infiniti an: Nissans Nobelmarke stellt auf dem Pariser Autosalon (1. bis 16. Oktober) den weltweit ersten serienreifen Motor mit variablem Verdichtungsverhältnis vor. Das Kind erhält den Namen VC-T für ,Variable Compression-Turbocharged" (Variable Verdichtung mit Turboaufladung).

Zweiliter-Turbo mit veränderlichem oberem Totpunkt
Es handelt sich um einen Vierzylinder-Turbobenziner mit zwei Liter Hubraum. Das Verdichtungsverhältnis ist hier nicht wie bei einem normalen Verbrennungsmotor über den gesamten Drehzahlbereich konstant. Die Verdichtung wird verändert, indem der obere Totpunkt des Kolbenhubs stufenlos variiert wird. Dadurch verändert sich der Hubraum und demzufolge auch das Verdichtungsverhältnis. Bei VC-T schwankt die Verdichtung zwischen 8:1 (für hohe Leistung) und 14:1 (für hohe Effizienz). Die Steuergeräte nehmen die Anpassungen laufend und in Abhängigkeit von der Fahrsituation vor.

Einsatz im Q30 und Q50?
Zu den Vorteilen gehören ein reduzierter Verbrauch und niedrigere Emissionen, aber auch ein verbessertes Geräuschniveau und weniger Vibrationen. Zudem ist der VC-T-Motor leichter und kompakter. In dem Aggregat stecken mehr als 20 Jahre Entwicklungsarbeit, so der Hersteller. Angaben zu Leistung und Einsatzgebiet macht Infiniti erst zur Messe. In Frage kämen Q30 und Q50. In diesen Modellen bietet die Marke derzeit einen 211 PS starken 2,0-Liter-Turbo an. Der Q30 2.0t 7DCT AWD hat einen Normverbrauch von 6,7 Liter. Für ein 1,5 Tonnen schweres Auto mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe ist das nicht schlecht. Der noch deutlich schwerere und 40 PS stärkere BMW 330i xDrive Gran Turismo Steptronic kommt allerdings mit 6,3 Liter aus.

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