Vision Mercedes Maybach 6 in Pebble Beach

Jedes Jahr im August trifft sich im kalifornischen Pebble Beach die weltweite Oldtimer-Fangemeinde. Hier wird auch der Vision Mercedes-Maybach 6 gezeigt, ein riesiges Coupé der Luxusklasse.

Nur 1,33 Meter hoch
Mit 5,70 Meter ist die Designstudie extrem lang. Die Proportionen sind elegant: Hinter einer langen Motorhaube folgt eine weit hinten liegende Kabine, die Dachlinie ist niedrig. Mit nur 1,33 Meter Höhe ist das Coupé für Senioren eher ungeeignet. Die Karosserie soll auch ohne Spoiler gute aerodynamische Eigenschaften haben. Die rote Lackierung wird mit Chromleisten kombiniert, die die Kanten betonen. Für einen Maybach ungewohnt ist der Grill mit feinen, senkrechten Streben. Die 24-Zoll-Räder stellen eine Weiterentwicklung der Aerofelge des Concept IAA (Intelligent Aerodynamic Automobile) dar. Die transparente, rote Oberfläche gibt den Blick frei auf die dahinter liegenden Aluminiumspeichen. Ein weiteres Highlight sind die Flügeltüren. Das Heck soll an eine Luxusjacht erinnern. Schlitzartige Rückleuchten betonen die Breite, darüber sitzen winzige ,Split Window"-Heckscheiben.

360-Grad-Lounge
Innen schwingt sich die Instrumententafel über die Türverkleidung bis in die Sitze und erzeugt so eine ,360-Grad-Lounge". Farblich dominiert kühles Weiß, helles Ulmenholz am Boden erinnert an Jachten. Im vorderen Gepäckraum befindet sich ein eigens gestaltetes zweiteiliges Kofferset. Die Instrumente sind auf den ersten Blick klassische Rundinstrumente mit normalen Zeigern, die jedoch über ein Display gleiten. Darüber gibt es ein weiteres breites Display, das in ein umlaufendes Glasteil integriert ist. Darauf wird links vom Fahrer der Sitz angezeigt, der sich über eine Touchfunktion einstellen lässt. Die Frontscheibe dient im Sinne von Augmented Reality als transparentes Display. Hier werden Fahrdaten und Ortsinformationen angezeigt, die über Gesten gesteuert und angepasst werden.

Körpersensoren für mehr Komfort
So genannte ,Body Sensor Displays" scannen die Passagiere und überwachen unter anderem ihre Vitalfunktionen. So können die Sitzklimatisierung oder die Massage automatisch aktiviert oder die Form des Sitzes an den Passagier angepasst werden. Die im Polster eingebetteten Sensoren erfassen zudem den Lichteinfall, die Farbe der Kleidung und die Umgebungstemperatur. Auf Basis dieser Informationen lassen sich emotional passende Lichtstimmungen inszenieren. Die Studie bietet auch einen autonomen Modus, doch Details dazu bleibt Daimler schuldig.

Elektroantrieb mit 750 PS
Der Vision Mercedes-Maybach 6 ist als Elektroauto konzipiert. Vier Elektromotoren sorgen für einen Allradantrieb mit insgesamt 750 PS. Das ermöglicht einen Normsprint in unter vier Sekunden, das Tempo wird wie üblich auf 250 km/h begrenzt. Der Akku im Unterboden speichert etwa 80 Kilowattstunden Energie, ausreichend für über 500 Kilometer. Beim Gleichstromladen auf Basis des CCS-Standards (Combined Charging System) sind Ladeleistungen von bis zu 350 Kilowatt möglich. So lässt sich die Restreichweite in nur fünf Minuten um rund 100 Kilometer erhöhen. Auch induktives Laden ist vorgesehen.

Die vierte serienferne Mercedes-Studie
Premiere feiert der Mercedes-Maybach 6 auf der Monterey Car Week (16. bis 21. August 2016) und dann beim nahegelegenen Pebble Beach Concours d`Elégance am 21. August. Die Studie ist das erste Luxuscoupé in der Reihe der serienfernen Mercedes-Showcars. Dazu zählen bislang Vision EnerGForce (Los Angeles, November 2012), AMG Vision Gran Turismo (Sunnyvale, 2013) und Vision Tokyo (Tokio 2015).

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