Elektrischer Streetscooter von der Deutschen Post

Die Deutsche Post ist Betreiber einer der größten Fahrzeugflotten in Deutschland. Logisch, dass das Unternehmen sich langsam aber sicher Gedanken darüber machen muss, wie man die immer strengeren Emissions-Regelungen für die Zustellungs-Fahrzeuge in Zukunft schultern soll. Eine Lösung könnte der elektrische Streetscooter Work sein. Nie gehört? Wir stellen das Fahrzeug vor.

Hilfe vom Start-up-Unternehmen
Laut Jürgen Gerdes, Manager aus dem Vorstand der Deutschen Post, soll der gesamte Fuhrpark für Brief- und Paketzustellungen mittelfristig auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden. Der erste Ansatz der Post stammt dabei von der Firma Streetscooter, die es dank dem Auftrag des gelben Riesen vom Start-up-Unternehmen zur Post-Tochter geschafft hat. Doch von vorne: Was steckt hinter dem eigentlich so unauffälligen Lieferwagen? Nachdem die Post mit ihrem Anliegen, einen einfachen, günstigen und praktischen E-Transport zu bauen, bei den großen Automobilherstellern auf taube Ohren traf, wandte man sich an Streetscooter aus Aachen. Dort wurden die Fahrzeuge dann nach Vorgaben der Post entwickelt.

Genügende Reichweite für die Post
Die 1.420 Kilogramm schweren Autos, die mit bis zu 650 Kilogramm beladen werden können, werden von einem Elektromotor angetrieben. Dieser beschleunigt die Transporter auf maximal 80 km/h – elektronisch begrenzt. Die Batteriekapazität von 20,4 kWh genügt für eine Reichweite von 50 bis 80 Kilometer, je nach Beladung. 80 Prozent der Akkuladung sind nach 4,5 Stunden erreicht. Das klingt jetzt erst mal nicht nach innovativen Rekordwerten, aber bei genauer Betrachtung macht das auch nichts – oder fährt der Post-Zusteller in Ihrem Ort in seiner Schicht pro Tag mehr als 80 Kilometer? Tut er nämlich nicht. Daher reicht die Kapazität für den Zweck der Post völlig aus.

Bis zu 10.000 Stück pro Jahr
Gebaut werden die Streetscooter momentan in einem ehemaligen Werk für Talbot-Schienenfahrzeuge. Die Fertigungskapazitäten werden gerade auf bis zu 10.000 Fahrzeuge pro Jahr erweitert. Bis zum Jahresende 2016 will die Post selbst 2.000 solcher Autos im Einsatz haben, in der Zukunft sogar bis zu 70.000. Aber auch Kunden aus anderen Branchen interessieren sich für den Streetscooter. ,Derzeit prüfen wir einige Rahmenkonditionen wie die Garantiebedingungen", verriet Gerdes kürzlich dem Nachrichtenmagazin ,Der Spiegel". ,Es gibt noch keine finale Entscheidung, ob wir an Dritte verkaufen. Aber ich persönlich würde mich wundern, wenn wir es nicht täten", so der Manager weiter.

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