Mitsubishi schummelt bei Verbrauchstests

Der VW-Abgasskandal ist kein reiner VW-Skandal mehr. Der japanische Autohersteller Mitsubishi hat heute zugegeben, bei Tests falsche Reifendrücke verwendet zu haben, um Verbräuche zu schönen. Das Thema ist weniger komplex, als es bei der Wolfsburger Schummelsoftware der Fall war. Von einem Verbrauchs-Skandal zu sprechen, macht daher wohl eher Sinn.

625.000 Fahrzeuge betroffen
Von den Mitsubishi-Manipulationen sind nach jetzigem Kenntnisstand vier Fahrzeugreihen betroffen. Bei allen vieren handelt es sich um Kleinwagen – sogenannte Kei-Cars –, die ausschließlich in Japan verkauft werden. Neben Mitsubishis eK Wagon und eK Space geht es auch um zwei Nissan-Modelle namens Dayz und Dayz Roox. Diese sind mit Mitsubishis eK-Modellen verwandt und werden auch von Mitsubishi produziert. Wie sich herausstellte, wurden die Abweichungen von Nissan entdeckt. Alles in allem sind 625.000 Fahrzeuge betroffen. Die große Mehrheit davon trägt das Nissan-Logo. Alle vier Modelle wurden inzwischen vom Markt genommen.

Aktienkurs im freien Fall
Unterdessen sagte Tetsuro Aikawa, Präsident von Mitsubishi Motors: ,Das Fehlverhalten geschah bewusst. Es ist eindeutig, dass die Verzerrung begangen wurde, um die Verbrauchswerte besser aussehen zu lassen. Warum, ist noch unklar." Aikawa, der von den Manipulationen nichts gewusst haben will, fügte an: ,Ich fühle mich verantwortlich." Die Auswirkungen auf den Aktienkurs von Mitsubishi sind schon jetzt desaströs. Innerhalb eines Tages verlor er 15 Prozent, soviel wie seit zwölf Jahren nicht.

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