Das große SUV für den US-Markt startet Anfang 2017

VW hat es in den USA nicht leicht: Aktuell schlägt besonders der Abgasskandal hohe Wellen. Aber schon vorher segelte die Marke in die Krise, vor allem durch eine missglückte Modellpolitik. Europäische Bestseller wie der Golf treffen nicht den Geschmack der Kundschaft, ein Pick-up wie der Amarok wird nicht angeboten. Ein erster Schritt in Richtung lokaler Bedürfnisse ist der in Chattanooga (Tennessee) gebaute US-Passat. Aber auch er tut sich schwer, gegen den extrem erfolgreichen Toyota Camry zu bestehen. Was fehlt, ist ein großes SUV mit den Eckpunkten viel Platz für wenig Geld. Jetzt zeigen brandneue Erlkönige, was die Amerikaner ab Anfang 2017 erwartet.

Ein Siebensitzer ist gefragt
Die Notwendigkeit eines solchen Fahrzeugs liegt auf der Hand: Zwar bietet VW in den USA den Touareg an, aber er ist dort mit umgerechnet rund 44.000 Euro Startpreis zu teuer für sein Format. Außerdem ist er kein Siebensitzer, also kein ,Soccer Mom"-Auto, mit dem die Mutter ihre Kinder und deren Freunde zum Sport fährt. Zum Vergleich: Den 5,03 Meter langen Ford Explorer mit drei Sitzreihen gibt es schon ab 31.050 Dollar, umgerechnet knapp über 27.000 Euro. An Fahrzeugen wie dem Explorer orientiert sich der neue VW CrossBlue, wie das extragroße SUV noch genannt wird.

Auf Baukasten-Basis
CrossBlue war der Name einer seriennahen Studie, die Anfang 2013 in Detroit gezeigt wurde. Sie war 4,99 Meter lang und 2,02 Meter breit. Bereits hier kam der modulare Querbaukasten (MQB) zum Einsatz, auf dem auch die Serienversion basiert. Warum also ein XXL-Tiguan statt der Technik des US-Passat? Die Gründe sind vielfältig: Der US-Passat ist bereits fünf Jahre alt. Mit dem MQB kann VW das große SUV kostengünstig entwickeln und diese Einsparungen an den Käufer weiterreichen. Und vielleicht am Wichtigsten: Mit dem MQB können so gut wie alle Antriebsarten verwirklicht werden, etwa ein Plug-in-Hybrid. Ihm kommt besondere Bedeutung zu, da speziell die VW-Diesel in den USA politisch tot sind.

Premiere im November 2016
Wann wird die Serienversion des VW CrossBlue auf den Markt kommen? Vorgestellt wird der Wagen frühestens Mitte November 2016 auf der Automesse in Los Angeles, der Verkauf startet 2017. Nach Europa und China wird der CrossBlue nicht kommen. Dort soll ein neuer Touareg punkten, zudem gerade in Europa der Markt für Fünf-Meter-SUVs gering ist.

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