Preisvergleich von Autohöfen mit Autobahn-Raststätten

Es ist Sommer, die ganze Familie freut sich auf den Urlaub. Auf der Fahrt in die Ferien bleibt eine Sache meistens allerdings nicht aus: der Stopp an einer Autobahn-Raststätte oder einem Autohof. Tanken, Essen, Trinken und der Toilettenbesuch gehören einfach dazu. Doch wo stoppt man am besten? Der Verein ,Mobil in Deutschland" hat jetzt jeweils zehn Autohöfe sowie zehn Raststätten unter die Lupe genommen und deren Preise verglichen. Die Ergebnisse fallen deutlich aus.

Warenkorb und Tankfüllung
Die getesteten Raststätten und Autohöfe liegen alle an vielbefahrenen Autobahnen in Richtung beliebter Urlaubsländer und zurück – beispielsweise an den Strecken A3, A5, A7 und A9. Für ein repräsentatives Ergebnis wurde ein Warenkorb aus zehn Produkten gebildet, die in allen Tankstellen-Shops erhältlich sind. Außerdem wurde an allen Orten der Preis für 50 Liter Diesel-Kraftstoff ermittelt.

Großer Unterschied bei Snacks und Getränken
Schon beim Warenkorb, der aus einer Mischung von Snacks und Getränken bestand, zeigten sich deutliche Preisunterschiede zwischen Raststätten und Autohöfen. Der günstigste Gesamtpreis kam am Autohof Rheinböllen an der A61 zustande. Dort zahlt man für die zehn gewählten Produkte 20,49 Euro. Die höchste Summe war an der Tank-und-Rast-Anlage Walsleben an der A24 zu zahlen: 39,60 Euro. Damit liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Warenkorb 19,11 Euro beziehungsweise eine Preisdifferenz von 93 Prozent – fast das Doppelte. Im Schnitt war der Warenkorb an Raststätten rund 30 Prozent teurer als auf Autohöfen.

<b>Unterschied auch beim Kraftstoff</b><br> Auch der Vergleich der Dieselpreise für eine Tankfüllung von 50 Liter zeigte große Differenzen zwischen Autohöfen und Raststätten auf. Der Unterschied zwischen dem niedrigsten Preis von 53 Euro am Euro Rastpark Schweitenkirchen an der A9 und dem höchsten Preis von 62,50 Euro an der Tank-und-Rast-Anlage Siegerland West an der A45 fiel mit 18 Prozent allerdings nicht so deutlich aus wie beim getesteten Warenkorb. Durchschnittlich kosteten 50 Liter Diesel an Raststätten 10 Prozent mehr als an Autohöfen. <br><br> <b>Autohöfe haben die Nase vorn</b><br> Kombiniert man nun die Mittelwerte von Warenkorb und Tankfüllung, waren die Autohöfe mit durchschnittlich 81,50 Euro rund 16,5 Prozent günstiger als die Raststätten mit einem Durchschnittspreis von 94,94 Euro. Doch wie entsteht diese Differenz? Der Großteil der direkt an Autobahnen gelegenen Raststätten – insgesamt 390 Stück – wird von dem Unternehmen ,Tank und Rast" betrieben. Diese Monopolstellung erlaubt es den Raststätten, die Preise stärker in die Höhe zu treiben, als es mit einem ausgeglichenen Konkurrenz-Umfeld der Fall wäre. Neben dem Ausnutzen dieses vom Staat durch Steuergelder für den Bau der Anlagen geförderten Monopols war ,Tank und Rast" zuletzt auch durch die RTL-Reportage ,Team Wallraff" in die Kritik geraten: Dort wurden extreme Mängel beim Umgang mit Lebensmitteln in den Raststätten aufgedeckt. Autohöfe agieren anders: Die meist mittelständischen Unternehmen müssen sich aktiver an Preisanpassungen beteiligen, um konkurrenzfähig zu bleiben. <br><br> <b>Planen, Abfahren, Sparen</b><br> Abschließend lässt sich also sagen: Wer immer ein Auge auf eine der vielen Spritpreis-Vergleichs-Apps auf seinem Smartphone hat und auch mal von der Autobahn abfährt, kann bares Geld sparen – sowohl bei Essen und Trinken als auch beim Tanken.

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