Wir nehmen an einer Land-Rover-Experience-Quali teil

Seit 2001 gibt es die Land Rover Experience Tour, bei der sich abenteuerlustige Offroad-Fans mit Land-Rover-Fahrzeugen in die unwirklichsten Winkel unseres Planeten begeben. Bei der zwölften Auflage im Jahr 2017 soll es hoch hinausgehen: Das Ziel heißt Peru und damit wird man zum dritten Mal zu Gast auf dem südamerikanischen Kontinent sein. Und weil sich zwischen der Pazifikküste und den über 5.000 Meter hohen Anden-Pässen die Atacama-Wüste, undurchdringliche Regenwälder und Hochgebirgsregionen abwechseln, müssen die Offroad-Tour-Teilnehmer genauso hart und abwechslungsreich wie das Gelände sein, in dem sie unterwegs sein werden. Deshalb läuft bereits das aktuelle Auswahlverfahren. Welche Hürden die potenziellen Teilnehmer auf dem Weg nach Peru 2017 nehmen müssen? Wir haben an einem Qualifikationscamp teilgenommen.

Großer Andrang bei den Vorrunden der Qualifikation
Wie groß die Anziehungskraft der Tour ist, zeigt nicht nur die Zahl von 400 Bewerbern, die sich an einem Wochenende Anfang August 2016 auf dem Gelände des Offroad-Parks im mittelfränkischen Langenaltheim tummelt. Nein, bis heute haben schon fast 120.000 Menschen die Bewerbungs-Website angeklickt. Rund 10.000 haben anschließend das Anmeldeformular ausgefüllt und abgeschickt, um mit etwas Glück bei einem der Qualifikationscamps dabei zu sein. Insgesamt neun dieser Camps finden zur kommenden Land Rover Experience Tour 2017 statt, die noch verbleibenden zwei Termine sind der 10. und 11. September im Off-Road-Center Horstwalde bei Berlin sowie der 15. und 16. Oktober, dann erneut in Langenaltheim. Was die Teilnehmer in den Vorrunden der Qualifikation erwartet, ist kein Zuckerschlecken, denn das Niveau ist schon hier unglaublich hoch und wir kamen gewaltig ins Staunen.

Theorieteil mit Fragebogen und GPS-Orientierungslauf
Los geht es zunächst mit ein wenig Theorie: Man bekommt Bögen mit Fragen zu Land und Leuten, topografischen Karten, zur Orientierung im Gelände oder zur Lösung komplizierter Gleichungen ausgehändigt. Um den Druck noch zu erhöhen, zählen hier aber nicht nur die richtigen Antworten, sondern es wird darüber hinaus auch die Zeit gestoppt. Anschließend geht es etwas praktischer weiter: Bei einem GPS-Orientierungslauf in ein angrenzendes Waldstück ist das Ziel, anhand von Koordinaten und einem GPS-Gerät bestimmte Marken im Gelände aufzuspüren. Und weil bei der Tour auch Teamfähigkeit unabdinglich ist, müssen teils knüppelharte Strecken bewältigt werden, welche die körperliche Fitness, die technische Begabung sowie das Improvisationstalent auf die Probe stellen.

Unter Zeitdruck auf engem und losem Untergrund
Wir sind froh, als der Teil auf zwei Beinen geschafft ist und wir auf vier Räder umsteigen können. Denn nach der Theorie folgt die sehnlichst erwartete Fahrpraxis mit aktuellen Land-Rover-Modellen. Entspannung? Fehlanzeige. Steile Auf- und Abfahrten, Verschränkungspassagen, eine Holzwippe, eine Baumstammbrücke sowie Schräg- und Schlammdurchfahrten – der in einem Steinbruch angelegte Offroadpark eröffnet das ganze Repertoire an auch im Ernstfall drohenden Hindernissen. Auf einem abgesteckten Geländeparcours müssen wir und die Teilnehmer dann erstmals zeigen, wie gut man auf engem und losem Untergrund unter Zeitdruck zurechtkommt.

Ein bisschen Spaß muss auch sein
Abschließend geht es unter Anleitung noch einmal kreuz und quer durch das Gelände. Wir sitzen dafür in einem Defender. Auf dem Fahrersitz hat es sich eine Teilnehmerin Ende 50 bequem gemacht – zumindest so bequem, wie man es sich in einem Defender eben machen kann. ,Ein Schalter? Es ist 15 Jahre her, dass ich zuletzt einen Schalter gefahren bin", meint die Münchnerin. Trotz geringer Bedenken legt sie los und ist anschließend begeistert, welche Hindernisse man mit diesem Gelände-Urgestein nehmen kann. ,So etwas würde ich mit meinem Evoque aber nicht machen", fügt sie lachend hinzu. Ja, es ist nicht nur Arbeit in den Qualifikationsrunden angesagt, sondern es macht auch Spaß und Lust auf Peru und das Offroad-Fahren an sich.

Was kommt als Nächstes?
Wie wird es weitergehen für unsere Chauffeurin und die anderen? Von den insgesamt über 3.500 Teilnehmern der neun Camps erreichen die 60 Besten die deutsche Endausscheidung. 30 Männer und 30 Frauen treten dann im Frühjahr 2017 in Wülfrath gegeneinander an. Hier werden durch weitere Aufgaben die sechs Glücklichen ermittelt, die, wieder gleichmäßig aufgeteilt nach Geschlecht, dann letztendlich in Land-Rover-Discovery-Modellen auf Abenteuerreise gehen dürfen. Wenn Sie sich jetzt noch als Kandidat für einen Platz in den verbleibenden Qualifikationsrunden bewerben möchten, sollten Sie sich beeilen. Die letzten freien Tickets sind heiß begehrt und werden nach dem Prinzip ,first come – first served" vergeben. Außerdem können Sie ihr Glück noch bei einer Wildcard-Verlosung direkt für die Finalrunde in Wülfrath gewinnen. Also: Viel Glück, viel Erfolg und immer eine handbreit Luft unter der Differenzialabdeckung.

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