Kabinett beschließt Kaufprämie für Elektroautos

Jetzt ist es offiziell: Käufer von Elektroautos bekommen künftig eine Prämie von 4.000 Euro, für Plug-in-Hybridfahrzeuge werden 3.000 Euro gewährt. Die Förderung wurde am heutigen Mittwochvormittag (27. April) von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sowie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vorgestellt.

Noch nicht in trockenen Tüchern
Die Prämie wird laut Pressemitteilung der Bundesregierung noch im Mai vom Kabinett beschlossen. Doch danach muss der Bundestag zustimmen, und da ist die Prämie stark umstritten: Es gibt starken Widerstand aus der Unionsfraktion, wie das ,Handelsblatt" meldet. Es könnte also zumindest noch Änderungen geben. Derzeit ist geplant, die Prämie nach dem ,Windhundverfahren" zu vergeben, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) schreibt. Das heißt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst und nach 400.000 geförderten Autos ist Schluss. Luxusmodelle sollen laut FAZ außen vor bleiben. Daher werden nur Fahrzeuge bis zu einem Listenpreis von 60.000 Euro bezuschusst. Die Kosten von 1,2 Millionen Euro teilen sich der Bund und die Autohersteller hälftig. Daimler, VW und BMW hätten bereits eingewilligt.

Auch die Ladeinfrastruktur wird gefördert
Neben den 600.000 Euro, die der Bund für die Prämie zahlt, will der Staat auch die Ladeinfrastruktur mit 300 Millionen Euro fördern, heißt es in der Pressemitteilung der Bundesregierung. Laut FAZ soll das für 15.000 neue Ladestationen reichen. Auch einen Steuervorteil soll es geben: Wer ein E-Auto als Dienstwagen hält und es auf Kosten des Betriebes auflädt, muss dies nicht als geldwerten Vorteil versteuern. Die Milliarde Euro, die der Bund ausgeben will, wird voll gemacht durch 100 Millionen für Dienstwagen von Ministerien und Behörden. Die sollen laut FAZ ab dem Jahr 2017 einen Elektroauto-Anteil von 20 Prozent erreichen.

500.000 Elektroautos geplant
Derzeit fahren etwa 50.000 Elektroautos auf deutschen Straßen. Mit der Prämie will man den Wert auf 500.000 heben. Von dem ursprünglichen Ziel von einer Million E-Autos bis zum Jahr 2020 hat sich die Bundesregierung also offenbar verabschiedet.

ADAC: Bei Elektroautos zahlt man drauf
Am Erreichen des Ziels sind Zweifel angebracht. Das legt auch ein neuer Kostenvergleich des Automobilclubs ADAC nahe. Danach sind auch mit Förderung nur wenige Elektroautos rentabel. Unter die Lupe genommen wurden zwölf Elektro-Modelle. Nur zwei davon fahren günstiger als vergleichbare Diesel- oder Benzinautos: der Mercedes B 250 e und der Kia Soul EV. Bei allen übrigen E-Autos zahlt der Verbraucher zwischen vier und zehn Cent pro Kilometer drauf. Grund ist der immer noch höhere Anschaffungspreis. Dazu kommt, dass Elektromobile wegen ihrer geringen Reichweite eher Kurzstreckenautos sind – so wirken sich die Stromkostenvorteile nicht entscheidend aus.

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