Alle Infos zum neuen SUV-Hit der Tschechen

Nicht nur die Skoda-Fans können den neuen Kodiaq kaum erwarten. Auch der Skoda-Chef selbst brennt vor Zuversicht: ,Mit ihm gehen wir neue Wege und erschließen neue Märkte", so der neue Skoda-Vorstandsvorsitzende Bernhard Maier. Gut einen Monat vor der Messepremiere auf dem Pariser Autosalon (1. bis 16. Oktober 2016) fielen nun die Hüllen vom Kodiaq.

Pressevorstellung in Berlin
Ort der Handlung: Die Event-Location "Kraftwerk" in Berlin – wir waren für Sie vor Ort. Eingeflogen wurden nicht weniger als 600 Journalisten aus 31 Ländern, die weiteste Reise legten etliche Kollegen aus China zurück. China ist nämlich der größte Absatzmarkt für Skoda vor Deutschland und England. Der neue Kodiaq wird deshalb auch künftig für den chinesischen Markt vor Ort produziert. Zu der Journalisten-Schaar gesellten sich noch 200 Gäste aus Prominenz, von Zulieferern und von Skoda selbst. Sie alle erlebten eine äußerst aufwendige Weltpremiere mit interessanten Reden, Interviews, kurzweiligen Film-Einspielern und extra komponierter Musik.

Nur wenig größer als der Skoda Octavia
Auf die riesengroße Bühne fuhr dann ein stattliches SUV: Mit 4,70 Meter Länge misst der Kodiaq zwar nur vier Zentimeter mehr als der Octavia. Aber durch sein Design wirkt er wesentlich imposanter. Die Basis, nämlich der modulare Querbaukasten des Konzernbruders VW Tiguan, ist eigentlich in der Kompaktklasse angesiedelt und auch Skoda selbst bezeichnet den Kodiaq immer noch als kompaktes SUV.

Platz für bis zu sieben Personen
Aber spätestens beim Raumangebot geht die Marke bekanntlich immer an die Grenzen des Machbaren und speziell beim Kodiaq fällt es wirklich enorm aus. Dafür sorgt nicht zuletzt der Radstand von 2,79 Meter, den künftig auch die XL-Varianten des Tiguan und des Seat Ateca erhalten. Die Kniefreiheit im Fond beträgt 104 Millimeter. Auf Wunsch gibt es eine flach in den Kofferraum versenkbare dritte Sitzreihe für zwei zusätzliche Passagiere. Damit ist der Kodiaq der erste Siebensitzer der Marke. Die normale Rücksitzbank lässt sich um 18 Zentimeter in der Länge verschieben, die Lehnenneigung ist verstellbar.

Erste Sitzprobe
Unsere erste Sitzprobe bestätigte die innere Größe des Kodiaq: Selbst wenn vorne ein langer Lulatsch seinen Sitze ganz nach hinten schiebt, findet sich in der Reihe dahinter immer noch ein enormer Knieraum. Die zwei Klappsitze in der hinteren Reihe sind für Erwachsene allerdings nur mit Verrenkungen zu entern und recht lange möchte man dort dann auch nicht sitzen, für Kinder aber reicht der Platz dort allemal aus.

Leichtgewicht
Die weiteren Abmessungen des Kodiaq: In der Breite bringt er es auf 1,88 Meter und inklusive Dachreling auf eine Höhe von 1,68 Meter. Hervorzuheben ist das relativ geringe Gewicht: Mit dem Basismotor und Frontantrieb wiegt das SUV nur 1.452 Kilogramm.

Design, Design, Design
Im Rahmen der Berliner Kodiaq-Weltpremiere hielt Skoda-Chefdesigner Josef Kaban einen – wie immer – kurzweiligen Vortrag ("es ist einfach schön, hier oben auf der Bühne zu stehen, und mit euch über Design zu sprechen"). Er meinte, dass bei Skoda jetzt die Zeit für einen großen Helden gekommen sei und betonte die präzise Ausführung der Details, etwa im Grill mit seinen vertikalen Lamellen oder bei den Rückleuchten, die wie geschliffenes Kristallglas wirken. Und bezogen auf die Frontscheinwerfer sagte er, dass nicht nur das Auto strahlt, sondern gewiss auch der Mensch, der später das Auto besitzt. Der Kodiaq hätte so schöne Augen, dass man sich in sie verlieben könne. Und überhaupt: Die Seitenansicht sei "bärenstark". Das ist wohl auch der Grund dafür, dass der Kodiaq Kodiaq heißt. Der Kodiakbär ist schließlich ein Braunbär, der zu den größten Raubtieren gehört.

Gigantischer Kofferraum
Von besonderem Interesse sind natürlich die Daten zum Nutzwert des Kodiaq. In den Kofferraum passen zwischen 720 und 2.065 Liter Gepäck, mit optional klappbarer Lehne des Beifahrersitzes können bis zu 2,80 Meter lange Gegenstände eingeladen werden. Natürlich rechnet Skoda damit, dass der Kodiaq auch als Zugfahrzeug im wahrsten Wortsinne seine Anhänger findet. In der Kombination Topdiesel plus DSG plus Allrad zieht das SUV bis zu 2,5 Tonnen weg. Praktisch: Skoda liefert gegen Aufpreis einen Anhänger-Rangierassistenten, der bei langsamer Rückwärtsfahrt das Lenken übernimmt. Ebenso clever ist ein System, das den Kodiaq bremst, sobald ein Hindernis hinter dem Auto erkannt wird.

Eine Frage der Perspektive
Da wir gerade beim Thema Assistenzsysteme sind: Serienmäßig ist eine City-Notbremsfunktion, die bis 34 km/h aktiv ist, ebenso die Multikollisionsbremse. Eine Kombination aus Abstandsregeltempomat, DSG und Spurassistent übernimmt die Arbeit im zähfließenden Verkehr, bis 65 km/h wird der Kodiaq selbsttätig in der Spur gehalten. Diverse Umgebungskameras am Auto sorgen für verschiedene Ansichten beim Rangieren oder bei langsamer Fahrt, darunter eine Vogelperspektive.

Voll vernetzt
Nicht nur die Fahrer-Helferlein sind inzwischen ein wichtiges Thema, auch die Vernetzung ist es. Beim Kodiaq läuft das unter dem Begriff ,Skoda Connect": Informationen und Navigation erfolgen in Echtzeit mit Google-Hilfe. Dazu gibt es unter dem Begriff "Care Connect" einen Online-Fahrzeugservice, der bei Pannen hilft, aber auch mit Rat und Tat zur Seite steht. Neu ist die Skoda Connect App. So alarmiert das Smartphone den Halter, wenn sein Auto auf eine nicht gestattete Weise bewegt wird, etwa zu schnell oder außerhalb einer definierten Zone. Über die App kann eine Routenplanung von Zuhause auf die Navigation im Fahrzeug transferiert werden.

6,5-Zoll-Bildschirm Serie
Serienmäßig hat der Kodiaq ein Infotainmentsystem mit 6,5-Zoll-Bildschirm an Bord, bereits hier sind AppleCarPlay und Android Auto möglich. Optional gibt es zwei Systeme mit einem jeweils acht Zoll großen Touchscreen und dem ultimativen Papi-Extra: Das Freisprech-Mikrofon zeichnet die Stimme des Fahrers auf und überträgt sie über die Lautsprecher im Fond nach hinten.

Fünf Motoren zur Auswahl
Für Kenner der Marke Skoda birgt die Motorenpalette des Kodiaq wenig Überraschungen, sie ähnelt dem Angebot für den Superb. Los geht es zum Verkaufsstart mit fünf Aggregaten. Die beiden Diesel leisten 150 und 190 PS, die stärkere Version wuchtet den Kodiaq in 8,6 Sekunden auf Tempo 100, erst bei 210 km/h ist Schluss. Basismotor des Kodiaq ist ein 1.4 TSI mit 125 PS und 200 Newtonmeter Drehmoment, die stärkere Variante mit 150 PS bietet eine Zylinderabschaltung bei Teillast. Der Top-Benziner mit zwei Liter Hubraum kommt auf 180 PS.

Ein neues DSG für starke Motoren
Eine Premiere ist das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Es kommt innerhalb des VW-Konzerns erstmals im Kodiaq zum Einsatz und wurde für bis zu 600 Newtonmeter Drehmoment entwickelt. Im Eco-Modus der optionalen Fahrprofilauswahl wird zudem eine Freilauffunktion aktiv. Die beiden Top-Motorisierungen, also der 180-PS-Benziner und der 190-PS-Diesel, werden stets mit dem neuen DSG und mit Allradantrieb ausgeliefert. Der Basis-Diesel bekommt mit Frontantrieb ausschließlich das Siebengang-DSG, mit Allrad stehen auch manuelle sechs Gänge zur Auswahl bereit. Sechs Gänge gibt es immer für die 1.4-TSI-Motoren, für die 150-PS-Variante mit Frontantrieb nur als DSG, mit 4x4 auch als Schaltgetriebe. Beim 125-PS-Kodiaq rechnen wir mit einer Kombination aus Frontantrieb und Schaltgetriebe, um den Preis attraktiv zu halten.

Reich an Optionen und cleveren Lösungen
Noch ein Wort zu den Optionen: Im Angebot sind ein Offroad-Modus für den Allrad-Kodiaq, der im Zusammenspiel mit der elektronisch geregelten Lamellenkupplung das Fahren im Gelände erleichtern soll. Auch die adaptive Dämpferregelung DCC wird in der Preisliste auftauchen. Für Freunde eines gepflegten Auftritts sind bis zu 19 Zoll große Felgen im Programm. Und auch eine clevere Skoda-Lösung fehlt nicht: Beim Öffnen der Tür klammert sich eine Schutzleiste um die Türkante (ein ähnliches System nutzt Ford schon länger). Auch im Kodiaq gibt es den vorderen Seitentüren ein Spezialfach für einen Regenschirm (Skoda-Chefdesigner Josef Kaban scherzte dazu: "Wenn man bei Regen aussteigt und an die Heckklappe muss, wird man bei dem langen Weg ohne Schirm sonst zu nass.") Und auch der mittlerweile schon legendäre Eiskratzer im Tankdeckel fehlt beim neuen SUV nicht. Für jeden Kodiaq-Fan ist also etwas dabei.

Marktstart: März 2017
Ab März 2017 wird der Kodiaq zum Händler kommen. Die Preise starten beim Einstiegsmodell mit rund 25.000 Euro. Damit liegt der Kodiaq preislich gleichauf mit dem Superb. Wenn Sie also bereits jetzt die Preise anderer Kodiaq-Modelle wissen wollen, ziehen Sie einfach die Superb-Preisliste zu Rat. Ende 2017 bekommt der Kodiaq übrigens einen kleinen Bruder, und der heißt: Yeti. Wie wir anlässlich der Kodiaq-Premiere in Erfahrung bringen konnten, wird er vorne dem Kodiaq ziemlich gleichen, das neue Familiengesicht setzt sich durch. Das heißt aber auch, dass die knuddelige Optik des allerersten Yeti, der so mancher immer noch nachtrauert, endgültig Geschichte ist. Noch ein Satz zu alternativen Antrieben: Ab 2019 wird sich Skoda an die Plug-in-Hybrid- und Elektroauto-Technik des VW-Konzerns anhängen. Bis dahin wird konventionell angetrieben.

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