Erlkönig: Neuer Renault Mégane R.S.

Der Mégane 3 R.S. ist für viele Fahrdynamik-Jünger das Nonplusultra in Sachen sportlicher Kompaktwagen. Der turbobefeuerte Franzose mit dem brillanten Fahrwerk hielt lange Zeit den Rekord für das schnellste vorderradangetriebene Fahrzeug auf der Nürburgring-Nordschleife. Nun hat unser Erlkönig-Fotograf die vierte Generation des R.S. bei Testfahrten in der ,Grünen Hölle" abgelichtet.

Gute und schlechte Nachrichten
Eine schlechte Nachricht vorweg: Da es von der aktuellen Baureihe des Renault Mégane keine Coupé-Version mehr gibt, wird wohl auch das R.S.-Modell dem Trend folgen und mit fünf Türen auf den Markt kommen. Was für Optik-Fetischisten ein Tiefschlag sein mag, könnte für Fahrspaß-affine Familienväter ein Grund zur Freude sein. Der Testträger, der momentan seine Runden auf der Nordschleife des Nürburgrings dreht, scheint auf der Karosserie des Mégane GT zu basieren. Allerdings lassen aufgeklebte Kotflügelverbreiterungen auf ein aggressiveres Styling für die R.S.-Version hoffen. In den Radhäusern drehen sich neue Leichtmetallfelgen, dahinter blitzt an der Vorderachse eine Bremsanlage mit Festsätteln aus dem Hause Brembo hervor – ein Detail, das beispielsweise dem aktuellen Clio R.S. verwehrt blieb. Die Vierkolben-Anlage beißt vorne auf geschlitzte Scheiben. Die Aufhängung – im letzten Mégane 3 R.S. gab es serienmäßig ein Gewindefahrwerk von Öhlins – dürfte wieder zur Benchmark im Segment der Kompaktsportler werden. Auch die Allradlenkung, die schon im aktuellen Mégane GT verbaut ist, wird wohl an Bord sein.

1,6 oder 2,0 Liter?
Was der neue R.S. unter der Haube tragen wird, ist noch fraglich. Das aktuelle Topmodell – der GT – wird lediglich von einem 1,6-Liter-Turbo mit 205 PS befeuert. Die Konkurrenz des R.S. hingegen – VW Golf GTI Clubsport S, Seat Leon Cupra 290, Honda Civic Type R und Co. – kann auf Zweiliter-Turbo-Power und um die 300 PS vertrauen. Der abgelichtete Testträger trägt wie sein Vorgänger mittig austretende Endrohre, die aus einer noch provisorisch zusammengeschusterten Schürze ragen. Relativ sicher dürfte hingegen das Thema Getriebe sein: Wie auch im Clio R.S. und im Mégane GT wird der neue R.S. wohl ein Doppelkupplungsgetriebe erhalten – dem Aufschrei der Handschalter-Freunde zum Trotz. Ein wenig Hoffnung macht die Clio-Studie R.S.16: Hier wurde in ein aktuelles Modell die ,alte" Technik aus dem Mégane 3 R.S. verpflanzt. Würde man dem ausgereiften Antriebsstrang etwas mehr Power verpassen, käme dieser auch für den nächsten R.S. in Frage – dann auch handgeschaltet.

2017 geht es los
Egal wie sich die Renault-Ingenieure entscheiden werden: Wir sind uns recht sicher, dass der nächste Mégane R.S. wieder ein absoluter Killer wird. Der Kampf um den Nordschleifen-Rekord geht in die nächste Runde – wahrscheinlich schon 2017.

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