An und mit diesen Zukunftstechnologien arbeitet Audi

Das Prä-Smartphone-Zeitalter und die Welt vor dem Internet sind heute nur noch schwer vorstellbar. Heute kommuniziert der Kühlschrank mit dem Lebensmittellieferanten, die Bewässerungsanlage mit der Wetterstation und auch das Auto wird schon länger nicht mehr nur zum Fahren gebaut. Unsere Fahrzeuge sind rollende Computer geworden, voll mit High-End-Hifi-Anlagen, zielgenauen Navigationssystemen, Sitzen, die sich automatisch auf die Passagiere einstellen und langsam aber sicher bewegen wir uns auf eine Zukunft zu, in der unsere Autos mit immer mehr Assistenzsystemen uns als Fahrer entlasten.

Die Zukunft: Sicherer, effizienter, komfortabler
Sie sind fasziniert von all den Assistenten und wollen sie wirklich verstehen? Ein Auto ohne Smartphone-Koppelung können Sie sich nicht mehr vorstellen? Die immer schlauer werdenden Bedienkonzepte sind Ihnen noch nicht intuitiv und praktisch genug? Und Ihren nächsten Neuwagen möchten sie gerne virtuell konfigurieren? An genau solchen spannenden Konzepten arbeitet Audi derzeit, damit unsere Zukunft noch sicherer, effizienter und komfortabler wird. Wir haben schon Mal einen Blick riskiert.

Wie testet man Sicherheitsausstattung?
Einen Abstandstempomat, einen Spurhalteassistent oder einen Querverkehrwarner kann man im Zweifel bei einer kurzen Probefahrt erleben. Doch wie ist es mit relevanter und ebenfalls immer komplexer werdender Sicherheitsausstattung? Oder wie macht man einen Staupilot attraktiv und erlebbar, wenn gerade kein Verkehrschaos herrscht? Hier geht Audi einen neuen und virtuellen Weg.

Das ,Audi Virtual Training Car"
Wir befinden uns auf einer 300 mal 600 Meter großen Asphaltfläche in der Nähe des Münchner Flughafen. Inmitten des Platzes steht ein aktueller Audi A4. Mit diesem Fahrzeug soll uns gleich ,Audi pre sense city" vorgeführt werden. Die City ist zwar weit weg und auch potenzielle Gefahren wie Fußgänger suchen wir hier vergeblich, doch die Notbremsassistenten-Demonstration soll auch nicht in der realen, sondern in der virtuellen Welt stattfinden. Wir nehmen Platz und setzen eine VR-Brille auf, die uns auf der realen Freifläche am Airport in eine digitale Stadtszene eintauchen lässt. Wir fahren los. Virtuell und auch in der echten Welt. Nach kurzer Gewöhnungsphase rennt plötzlich ein Pixel-Mann mit Pixel-Kinderwagen auf die Straße und das Auto löst sofort den Notbremsassistent aus … und zwar in der Realität. Warum Audi so etwas macht? Der Hersteller nutzt dieses System vor allem zur Schulung von Mitarbeitern.

Assistenzsysteme anschaulich visualisiert
Eine weiteres Trainings- und Entwicklungswerkzeug ist das ,Virtual Engineering Terminal". Es ist ein 1,40-Meter-Touchscreen, der mit einem 65-Zoll-Monitor kombiniert wird. Die virtuelle Umgebung umfasst derzeit fünf Audi-Modelle – A4, A5, A8, R8 und SQ7. Für jedes dieser Modelle bildet das Terminal fünf Serien-Assistenzsysteme ab: das Matrix LED-Fernlicht, das LED-Laser-Fernlicht, den Stauassistenten, den Parkassistenten und den prädiktiven Effizienzassistenten. Außerdem können bereits Vorseriensysteme wie ein Baustellen- oder ein Kreuzungsassistent visualisiert werden. Doch hier arbeiten nicht nur Entwickler an neuen Assistenten, auch Händler können ihren Kunden sehr anschaulich die Funktionsweise einiger Systeme näher bringen.

Wir konfigurieren unseren Neuwagen … virtuell
Ebenso beeindruckend funktioniert der virtuelle Showroom namens ,Audi VR experience". Künftig sollen Kunden ihr Fahrzeug in einem digitalen Raum konfigurieren können. Durch etwa vier Mal mehr Grafik-Daten als bei einem High-End-Videospiel erkennt man als Betrachter auch die kleinsten Details am Auto. Als Kunde kann man entweder mit einer VR-Brille auf einer Couch Platz nehmen und sich von einem Berater um das Auto herumführen lassen oder man kann auf einer Fläche von rund 25 Quadratmeter frei um das Fahrzeug herumgehen. Neben 52 aktuellen Serienmodellen mit all ihren Ausstattungen kann man auf Wunsch auch legendäre Audi-Klassiker im digitalen Umfeld betrachten. Zukunftsmusik? Von wegen. Das System ist Ende 2014 in den Prototypen-Einsatz gestartet. Mitte 2016 hat Audi eine letzte Pilotphase abgeschlossen und nun beginnt sukzessive der Serieneinsatz.

Schwarmintelligenz, Car-2-Car und Car-2-x
Bewegen wir uns nun aus der Gegenwart in die Zukunft: Schon einmal was von Schwarmintelligenz gehört? Wie sieht es mit Car-2-Car- oder Car-2-x-Kommunikation aus? Machen Sie sich darauf gefasst, dass jedes Auto zu einem individuellen Messfahrzeug wird. Mit einer Testwagenflotte und 70 Teilnehmern (vorrangig Audi-Manager) ist der Hersteller unterwegs, um in einem Pilotprojekt-Daten zu sammeln. Jedes Auto sendet dabei 500 Signale pro Sekunde an einen Server. In einem Jahr sind so gut sechs Milliarden Datensätze zusammengekommen. Mit diesen sollen nicht nur autonome Fahrprogramme entwickelt werden, die dem natürlichen und menschlichen Fahrprofil so nah wie möglich kommen, auch Daten für die individuelle Kundennutzung könnten so besser erhoben und ausgewertet werden.

Vielseitige Anwendungsmöglichkeiten
Passt der gewählte Motor wirklich zu Ihnen oder haben Sie viel gebremst und ihre Beläge sollten getauscht werden? Alles ist abrufbar und das Fahrzeug kommuniziert mit der Werkstatt und dem Händler. Aber auch Städte könnten beispielsweise auf die Daten von Fahrwerken zugreifen, um so Schlaglöcher aufzuspüren. Auch Verkehrsbehinderungen sowie freie Parkplätze werden erkannt, an einen Server geschickt und allen Fahrzeugen in der Umgebung in Live-Karten verfügbar gemacht.

Erste Zukunftsvisionen bereits 2017 im neuen A8
Noch mehr futuristische Visionen gefällig? Dann nehmen wir jetzt im Innenraum Platz: Wo heute noch (zumindest zum Teil) klassische Schalter und Knöpfe unsere Bedienwünsche entgegennehmen, werden in Zukunft noch mehr frei konfigurierbare Displays die Arbeit aufnehmen. So sind druckempfindliche Touchscreens mit einem haptischen und akustischen Signal denkbar. Und auch hier ist die Zukunft näher als wir denken: Bereits im für das Jahr 2017 angekündigten neuen A8 soll ein solches System die aktuelle MMI-Bedienung zu großen Teilen ersetzen.

Wird PIA irgendwann unser vernetztes Leben regeln?
Bei all der Technik und den vielen Daten wünschen Sie sich einen Assistenten? Auch daran denkt Audi: Dürfen wir vorstellen? Er, sie, es heißt ,PIA", der persönliche, intelligente Assistent. PIA soll in naher Zukunft Daten aus dem Internet, Daten des Fahrers, Daten über die aktuelle und die bevorstehende Verkehrssituation sowie Daten aus dem Auto miteinander verknüpfen. PIA könnte dann unter anderem auf Spracheingaben reagieren und dank intelligenter Algorithmen eigenständig und adaptiv mit dem Nutzer interagieren, seine Vorlieben kennenlernen und sich auf den Fahrer einstellen. Ob PIA irgendwann auch mit Ihrem Kühlschrank kommunizieren lernt, Abendessen für Sie kocht und spontan mit Ihnen ins Kino geht? Die vernetzte Zukunft wird es zeigen.

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