Der GVT OX ist der weltweit erste ,Flat-Pack"-Truck

In der britischen Hauptstadt wurde nun der weltweit erste ,Flat-Pack"-Truck vorgestellt, der Global Vehicle Trust OX. Er wurde gestaltet, um mit möglichst geringen Kosten eine Mobilität auch in abgelegenen Gebieten Afrikas zu gewährleisten. Was der motorisierte Entwicklungshelfer auf dem Kasten hat? Einiges!

Der Hintergrund
In Entwicklungsländern gestalten sich notwendige Transporte oft schwierig, denn meist fehlen Infrastruktur und Geld gleichermaßen. Der OX soll nun beispielsweise lebensnotwendige Dinge wie Trinkwasser, Weizen, Dünger oder Baumaterialien befördern. Dabei ist das Fahrzeug einzigartig. Egal ob es um das Konzept selbst, die technischen Daten oder den Preis geht.

Der Ideengeber und die Macher
Die Vision zum OX stammt von Sir Torquil Norman. Vor fünf Jahren gründete er Global Vehicle Trust (GVT), mit dem Ziel, kosteneffiziente Offroad-Laster für humanitäre Hilfsprogramme auf die Beine zu stellen. Die geplanten Fahrzeuge sollten sich durch eine große Bodenfreiheit und auch durch gute Böschungs- und Rampenwinkel auszeichnen. Außerdem stellte sich Norman ein multifunktionales Layout mit einer dreisitzigen Fahrerkabine vor.

Das Ergebnis
Das Ergebnis, der OX, stammt aus der Feder von Gordon Murray (ja, der Mensch, der auch für den ziemlich perfekten McLaren F1 verantwortlich ist). Der OX ist mit einer Länge von 4,23 Meter deutlich kürzer als ein durchschnittliches SUV. Trotzdem kann es das Fahrzeug mit sagenhaften 1.900 Kilogramm Zuladung aufnehmen. Das entspricht sieben Kubikmeter Volumen, bis zu 13 Personen oder drei Europaletten. Der Fahrer sitzt übrigens mittig in der Drei-Personen-Kabine. Es ist also egal, ob der Wagen in einem Land mit Rechts- oder Linksverkehr eingesetzt wird.

Die technischen Daten
Angetrieben wird der OX von einem 2,2-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 100 PS und 310 Newtonmeter Drehmoment. Gekoppelt wird der Motor mit einem manuellen Fünfgang-Getriebe, welches die Power nur an die zwei Räder der Vorderachse schickt. Wieso kein Allradantrieb? Weil nur eine Antriebsachse deutlich wartungsärmer ist. Trotzdem sollen die Offroad-Eigenschaften gigantisch sein.

Die Verpackung und der Transport
Das wirklich praktische am OX ist aber, dass der Wagen von nur drei Personen in weniger als sechs Stunden transportfähig gemacht werden kann. Dabei lässt sich der ,Flat-Pack"-Truck (der Name verrät es ja auch bereits) so flach zusammenpacken, dass insgesamt sechs der Fahrzeuge in einen Standard-Schiffscontainer passen. Am Ziel angekommen, können drei Mechaniker einen Wagen in weniger als zwölf Stunden wieder aufbauen.

Weitere Design-Kniffe
Neben den Geländeeigenschaften und den revolutionären Packmaßen hat der OX noch weitere Eigenheiten zu bieten. So ist die Heckklappe nicht nur dafür zuständig, die Ladung an Ort und Stelle zu halten. Sie lässt sich darüber hinaus komplett abmontieren und anschließend als Laderampe nutzen. Und auch die Rückbänke haben mehrere Funktionen: Sie lassen sich entfernen und als Sandbleche zweckentfremden.

Die Zukunft und der Preis
Die Präsentation war nun der Startschuss, um mögliche Investoren für das Fahrzeug zu finden. ,Unser Hauptziel ist nun Spendengelder zu sammeln, damit das Projekt Früchte trägt. Wir glauben, dass der OX gerade für Hilfsorganisationen und Entwicklungshilfen großes Potenzial hat. Mein Traum ist es, irgendwann in jedem afrikanischen Dorf einen OX zu sehen", meint Sir Torquil Norman. Was der OX mal kosten soll, ist noch nicht bekannt. Unbestätigten Quellen zufolge soll der Anschaffungspreis einmal zwischen 12.000 und 17.000 Euro liegen.

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