BMW stellt i3 mit besserer Batterie vor

Die meisten Elektroautos hatten bisher Reichweiten um die 150 Kilometer. Das ist zu wenig für den Tagesausflug, zum Beispiel von München in die Berge oder von Stuttgart zum Bodensee. Nun aber steigen die Reichweiten: Tesla verspricht beim Model 3 stattliche 350 Kilometer, Opel beim Ampera e 320 Kilometer. Aber beide Autos kommen frühestens 2017 auf den Markt – bis dahin könnte die Elektroprämie schon ausgelaufen sein. BMW nutzt die Situation und stellt eine neue Version des i3 mit hoher Reichweite vor, die schon ab Sommer 2016 verfügbar sein soll.

Gleiche Akku-Abmessungen, aber mehr Energie
Der BMW i3 (94 Ah) – so der etwas sperrige Modellname – soll im EU-Normzyklus 300 statt der bisherigen 190 Kilometer Reichweite bieten. Selbst bei widrigen Wetterbedingungen und Nutzung von Klimaanlage oder Heizung sollen 200 Kilometer erreicht werden. Möglich wird das durch die höhere Energiedichte der von Samsung SDI produzierten Lithium-Ionen-Zellen. Dazu wurde das zellinterne Package optimiert. Die Akkus haben die gleichen Abmessungen wie beim normalen i3, speichern aber pro Volumeneinheit mehr Energie – nämlich 94 Amperestunden (Ah) oder 33 Kilowattstunden (kWh) brutto statt 60 Ah und 22 kWh. Durch eine überarbeitete Elektromotorsteuerung sowie Reifen mit niedrigerem Rollwiderstand sinkt auch der Stromverbrauch von 12,9 auf 12,6 kWh je 100 Kilometer.

Kaum schlechtere Fahrleistungen
Der 170 PS starke Elektromotor bleibt unverändert. Durch das um 40 auf 1.320 Kilo angestiegene Leergewicht dauert der Standardsprint auf Tempo 100 mit 7,3 Sekunden eine Zehntelsekunde länger – das dürfte die Kunden wohl kaum stören. Die Höchstgeschwindigkeit ist wie beim ersten i3 auf 150 km/h limitiert.

i3 (60 Ah) und Range-Extender-Versionen bleiben
Der seit 2014 angebotene BMW i3 mit 60 Ah großem Energiespeicher bleibt im Programm. Für beide Batterieversionen wird es außerdem auch weiterhin eine Modellvariante mit Range Extender geben. Hier hält ein 650 ccm große Zweizylinder-Benziner mit 38 PS während der Fahrt den Ladezustand der Batterie konstant und sorgt so für 150 Kilometer zusätzliche Reichweite. Somit erweitert sich die Modellpalette auf vier Versionen.

Verbessertes Schnellladen
Eine höhere Batteriekapazität würde normalerweise auch eine entsprechend längere Ladezeit bedeuten. Deshalb wurde das Schnellladen mit Wechselstrom weiterentwickelt. Dabei wird nun mit 11 statt 7,4 Kilowatt Leistung und dreiphasig statt einphasig geladen. So liegt die Ladezeit wie beim bekannten Modell bei unter drei Stunden. Das Laden an der Haushaltssteckdose – im Jargon oft ,Oma-Laden" genannt – wird nicht schneller: Es dauert wegen der größeren Batterie jetzt zehn statt acht Stunden. Die dritte Auflademöglichkeit ist eine Schnellladung mit 50 kW Gleichstrom. Dann sind die Batteriezellen in weniger als 40 Minuten wieder auf mindestens 80 Prozent ihrer Kapazität aufgefüllt – beim ersten i3-Modell dauert es 25 Minuten.

Nur 1.200 Euro mehr
Das neue i3-Modell kostet 36.150 Euro, das sind erträgliche 1.200 Euro mehr als beim i3 (60 Ah). Um den gleichen Betrag teurer ist auch das entsprechende Range-Extender-Modell des neuen i3 (94 Ah), das für 41.150 Euro zu haben ist. Kunden, die schon einen i3 haben, können ihr Fahrzeug auf den neuen Akkutyp umrüsten lassen.

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