Vision Van: Mercedes zeigt den Sprinter der Zukunft

Wir sind manchmal über sie genervt, doch Paketboten sind um ihren Job wahrlich nicht zu beneiden: Immer mehr Dinge werden online bestellt und müssen ausgeliefert werden. Wie die Zustellung effizienter gestaltet werden kann, zeigt Mercedes nun mit der Transporterstudie ,Vision Van".

Nur Transporter war gestern
Optisch wirkt der Vision Van wie der Mercedes Sprinter von übermorgen, einige Designelemente könnten sich schon bei der Neuauflage ab 2017 wiederfinden. Die Parallelen zum Sprinter sind durchaus Absicht, schließlich ist er die erste Wahl bei vielen Paketdiensten. Was hinter dem Konzept steckt, erklärt Volker Mornhinweg, Chef der Mercedes-Nutzfahrzeugsparte: ,Mit dem Vision Van integrieren wir die Intelligenz eines modernen Logistiklagers in einem Transporter. Nach unseren Schätzungen lässt sich mit diesem Fahrzeug die Produktivität in der Zustellung auf der letzten Meile um bis zu 50 Prozent steigern." Doch der Vision Van ist noch mehr: Mercedes will zukünftig nicht mehr nur reine Lieferwagen anbieten, sondern komplette Systemlösungen für Transport und Logistik.

Leise zum Kunden
Wenden wir uns den greifbaren Fakten zu: Der Vision Van verfügt über einen vollautomatisierten Laderaum, dessen Inhalt bereits im Lager in spezielle Regalsysteme vorsortiert wird und dem Boten stets das richtige Paket ausspuckt. Er muss also nicht mehr zeitraubend die Sendungen suchen oder umsortieren. Zusätzlich integriert sind Drohnen zur autonomen Luftzustellung in einem Radius von zehn Kilometern und eine Joystick-Steuerung des Wagens. Ein 75 Kilowatt (gleich 102 PS) starker Elektroantrieb bringt den Vision Van bis zu 270 Kilometer weit. Dank Strom im Tank kann der Zukunfts-Sprinter auch bei eventuellen innerstädtischen Fahrverboten für Verbrennungsmotoren aktiv sein. Ein weiterer Vorteil des lautlosen Fahrens: Abendliche Auslieferungen stören die Nachbarschaft nicht.

Das Fahrzeug als Mitarbeiter
Insgesamt soll die Standzeit des Fahrzeugs am Bordstein, die sogenannte ,Curbside Time", deutlich reduziert werden. Über LED-Displays auf der Vorder- und Rückseite kommuniziert der Vision Van mit seiner Umwelt. Es gibt zum Beispiel Warnhinweise, wenn die Lieferdrohnen abheben, das Fahrzeug anhält oder der Fahrer aussteigt. Aber auch der Fahrer selbst erhält Informationen vom Auto: LED-Anzeigen im Edelstahlboden signalisieren, ob sich Fußgänger oder Radler nähern. An der Hinterwand der Fahrerkabine befinden sich die Paketausgabe und das Infoterminal, das alle Informationen zum Zustellprozess enthält. An der Ausgabe erhält der Bote die Pakete in ergonomisch optimaler Position. Ein echter Traum also. Wann er real wird? Wir tippen auf die 20er-Jahre unseres Jahrhunderts.

Lesen Sie auch:

Gallery: Paketbotes Traum