Zehn Ganzjahresreifen im Vergleichstest

Jeder achte frisch montierte Pneu ist mittlerweile ein Ganzjahresreifen – auch ,dank" den gesetzlich vorgeschriebenen und teuren Reifendruckkontroll-Systemen, die nur wenige halbjährlich bezahlen wollen. Die Allwetter-Fabrikate sollen bei Temperaturen von minus zwanzig bis plus vierzig Grad einen möglichst guten Spagat hinlegen. Doch wie viel ,allwetter" steckt wirklich in den Reifen? Der Automobilclub von Europa ,ACE" hat nun zehn verschiedene Ganzjahresreifen in Nordfinnland und Deutschland unter die Lupe genommen – mit einem überraschenden Endergebnis.

Nur drei von zehn empfehlenswert
Während die meisten der zehn getesteten Fabrikate bei Schnee und Eis noch nahe an den Leistungen des Referenz-Winterreifens lagen, sah die Sache bei den Messungen auf trockener – und teils auch auf nasser – Fahrbahn deutlich schlechter aus. Selbst der Testsieger Nokian Weatherproof kommt beim Trocken-Bremsen erst eine gute Fahrzeuglänge hinter dem Referenz-Sommerreifen von Continental zum Stehen. Und auch beim zweitplatzierten Goodyear Vector 4Seasons gibt es Defizite im ,Sommerbetrieb". Lediglich der Michelin CrossClimate konnte Pluspunkte in den für unsere Gefilde normaleren Umständen sammeln. Diese drei Fabrikate sind auch die einzigen, die sich im Test die Prädikate ,sehr empfehlenswert" und ,empfehlenswert" verdienten.

Mehr Winter- als Sommerreifen
Im Test wird deutlich, dass Ganzjahresreifen deutlich näher an den Leistungen eines Winter- als an denen eines Sommerpneus liegen. Zwar kann man bei Schnee, Eis und – in einigen Fällen – auch bei Regen auf die Allwetter-Produkte vertrauen, bei reiner Trockenheit konnte allerdings kein Reifen die Test-Werte eines Sommerreifens erreichen. Daher ist besonders bei heißen Temperaturen und trockener Fahrbahn Vorsicht angesagt, um den Ganzjahres-Gummis nicht zu viel zuzumuten!

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