Achte Generation des Kult-Pick-ups mit mehr Komfort

Er ist das Weltauto von Toyota: Rund um den Globus verkaufen die Japaner den Hilux, bis heute rund 18 Millionen Exemplare. Längst ist der erstmals 1968 vorgestellte Pick-up zum Synonym für Robustheit geworden. Besonders anschaulich demonstrierte das die Kult-Fernsehsendung ,Top Gear", die einen Hilux demolierte, anzündete und sogar mitsamt einem Hochhaus sprengen ließ. Aber was passierte? Der Toyota sprang auch dann noch an. Kein Wunder also, dass an eine Hilux-Neuauflage besondere Ansprüche gestellt werden. Jetzt erscheint die achte Generation.

Direkter Kundenkontakt
Um sich für diese Aufgabe vorzubereiten, ist Chefentwickler Hiroki Nakajima in 110 (!) Länder gereist, um sich mit Hilux-Nutzern zu unterhalten. Das Ergebnis überrascht: Viele waren der Meinung, der Hilux habe an Robustheit eingebüßt. Ein Spagat für die Entwickler, denn auf der einen Seite wird ein hart heranzunehmendes Nutzfahrzeug gefordert, auf der anderen Seite wollen immer mehr Kunden Komfort und Fahreigenschaften, die einem Pkw ähneln. Das zeigt ein Blick auf die Konkurrenz, etwa den jüngst gelifteten VW Amarok, aber auch den neuen Nissan NP300 Navara oder den Ford Ranger.

Ganz schön groß geworden
Wenden wir uns also den Fakten zu: Der neue Toyota Hilux wächst in der Länge von 5,26 Meter auf 5,33 Meter. Im Angebot sind ein ,Single Cab" für zwei Personen, der viersitzige ,Extra Cab" und der ,Double Cab" mit fünf Plätzen. Der neu entwickelte Leiterrahmen soll eine um 20 Prozent höhere Verwindungssteifigkeit bieten (Robustheit ist schließlich das Hauptthema), die zulässige Anhängelast beträgt bis zu 3,2 Tonnen. Sogenannte Duty-Varianten richten sich an Handwerker und Co., während die Ausstattungen ,Comfort" und ,Executive" auf den privaten Bereich zielen. Letztere weisen stets einen zuschaltbaren Allradantrieb auf, während es den ,Duty" auch als 4x2 gibt.

Jetzt wird's komfortabel
Innen gibt es für alle Hilux-Fahrer mehr Komfort durch einen verbesserten Einstellbereich des Sitzes, hinzu kommt ein kürzerer Schalthebel. Bei den Ausführungen mit hinterer Bank gibt es einen Zentimeter mehr Kniefreiheit. Ab der Comfort-Version sind Assistenzsysteme wie eine Verkehrsschilderkennung, ein Spurwechselassistent und eine radargestützte Fußgängererkennung mit Notbremsfunktion serienmäßig. Zwischen den analogen Instrumenten befindet sich ein 4,2 Zoll großes Farbdisplay, auf der Mittelkonsole ein Sieben-Zoll-Touchscreen. Hier ist er, der von vielen Kunden geforderte Pkw-Luxus, der auf Wunsch von einer Klimaautomatik und LED-Scheinwerfern abgerundet wird.

Sportliches Fahrerlebnis?
In Europa steckt unter der Haube ausschließlich ein 2,4-Liter-Diesel mit 150 PS und 400 Newtonmeter maximalem Drehmoment. Das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe wurde weiterentwickelt, neu ist eine optionale Sechsstufen-Automatik. Mittels eines SCR-Verfahrens mit Harnstoffzugabe wird laut Toyota die Euro-6-Abgasnorm unterboten. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h, der Verbrauch um sieben Liter, mit Start-Stopp-System sogar leicht darunter. Recht Hilux-untypisch wirken die beiden zusätzlich wählbaren Fahrmodi: Bei ,Eco" wird die Leistung der Klimaanlage reduziert, bei ,Power" soll der Diesel auf Gasbefehle direkter ansprechen. Toyota selbst spricht gar von einem ,sportlichen Fahrerlebnis".

Der Berg ruft
Den meisten Kunden dürften die Geländequalitäten wichtiger sein. Hierfür sorgt im Hilux ein zuschaltbarer Allradantrieb mit Geländereduktion und automatischem Sperrdifferenzial. Die Umschaltung von Allrad- auf Heckantrieb kann auch während der Fahrt bis zu 50 km/h erfolgen. Zusätzliche Bremskraftregelungen sollen die Kraxelfähigkeiten auf das Niveau des Toyota Land Cruiser anheben. In Europa möchte man künftig pro Jahr 40.000 Hilux verkaufen. Zu den Preisen äußert sich Toyota noch nicht, sie starten bislang bei 22.134 Euro für den Hilux 2.5 D-4D Single Cab 4x2.

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