Neuauflage des Fünftürers wächst deutlich

Von wegen VW Golf: Auch die japanische Autoindustrie hat ihre Dauerbrenner. Honda etwa baut den Civic seit 1972, besonders in Europa erfreute sich der Kompakte stets großer Beliebtheit. Auf dem Pariser Autosalon (1. bis 16. Oktober 2016) steht nun die zehnte Generation. Und eine Sache fällt sofort auf: Wirklich kompakt ist der Fünftürer nicht mehr.

Ziemlich zugelegt
Nummer zehn wurde von Grund auf neu entwickelt und bekam eine neue Plattform verpasst. Sie macht den Civic zwar geringfügig leichter und auch steifer, allerdings verlässt der Fünftürer mit einer Länge von 4,50 Meter (plus 13 Zentimeter) die Kompaktklasse. Die Breite wächst auf 1,80 Meter, die Höhe sinkt wiederum auf 1,42 Meter. Signifikant ist das Plus beim Radstand: Er legt um elf Zentimeter auf 2,70 Meter zu. Das soll besonders den Insassen im Fond zugute kommen. Honda verspricht deutlich mehr Bein- und Kniefreiheit. Fahrer und Beifahrer erhalten mehr Abstand zwischen ihren Sitzen, gleichzeitig wird die gute Rundumsicht nach vorne angepriesen. Das Kofferraumvolumen beträgt im Normalzustand 478 Liter.

Neuer Dreizylinder-Turbo
Ein Ziel der Entwickler war eine Verbesserung des Handlings und des Fahrkomforts. Zu diesem Zweck hat man den Tank des Civic versetzt, außerdem wurde der Schwerpunkt abgesenkt. Die Fahrposition verlagert sich um 35 Millimeter nach unten. Je nach Ausstattung ist auch ein adaptives Dämpfersystem erhältlich. Eine Premiere unter der Motorhaube ist der Einliter-Dreizylinder-Turbo mit 129 PS Leistung. In Verbindung mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe beträgt das maximale Drehmoment 200 Newtonmeter. 240 Newtonmeter und 182 PS liefert der aufgeladene 1,5-Liter-Vierzylinder. Wahlweise steht ein CVT-Getriebe mit sieben simulierten Gängen bereit, hier sinkt das maximale Drehmoment bei beiden Motoren um jeweils 20 Newtonmeter. Ob auch Dieselaggregate angeboten werden, lässt Honda noch offen.

Freund der Smartphones
In das Cockpit integriert Honda einen Sieben-Zoll-Touchscreen, das Infotainmentsystem ist kompatibel mit Apple CarPlay und Android Auto. Optional kann das System auch ab Werk mit Navi-Karten von Garmin ausgerüstet werden, für die es fünf Jahre lang kostenlose Updates gibt. Zwischen den beiden digitalen Anzeigen für Tacho und Drehzahlmesser befindet sich eine Sieben-Zoll-Anzeige.

Sicherheit für alle
Speziell im Bereich der Sicherheits- und Assistenzsysteme lässt sich Honda beim neuen Civic nicht lumpen. Alle Ausstattungsvarianten sollen ein sogenanntes ,Sensing"-Sicherheitspaket bekommen. Hervorgehoben seien hier der Kollisionswarner mit Bremsassistent und die intelligente Geschwindigkeitsregelung, die das Tempo an die Verkehrszeichenerkennung koppelt. Eine weitere Ausbaustufe des Tempomats sagt das Einscheren anderer Fahrzeuge auf die eigene Spur voraus und reagiert automatisch darauf. Ein ,Mehrwinkelrückspiegel" erlaubt dem Fahrer diverse Blickwinkel von 130 bis 180 Grad. Anfang 2017 soll der Marktstart des neuen Civic erfolgen. Einen Blickwinkel auf die Preise gibt es noch nicht, sie starten beim alten Modell bislang bei 16.990 Euro für den 100-PS-Saugbenziner.

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Langer Zehner