Spezielles Auto für den On-Demand-Carpooling-Service Spiri

Wie fahren wir künftig durch die Stadt? Klar, Bus und Bahn gibt es schon ewig, aber wer exakt zwischen zwei Adressen pendeln will, muss auf das Fahrrad, das eigene Auto oder auf Carsharing zurückgreifen. Nun stellt die dänische Firma Spiri ihre Idee eines ,On-Demand Carpooling Service" vor und liefert das passende Auto gleich mit.

Wer andere chauffiert, spart Geld
Was verbirgt sich hinter dem englischen Wortungetüm? Vereinfacht mischt Spiri das Taxigewerbe mit dem Gedanken des Carsharing. Kunden können Fahrzeuge an bestimmten Parkstationen abholen und fahren. Soweit ist alles wie bei Car2Go und anderen Carsharing-Anbietern. Doch nun kommt der entscheidende Punkt: Wer sich hinter das Steuer klemmt, fährt kostenlos, weil er quasi als Taxi Passagiere an sogenannten ,virtuellen Bushaltestellen" aufnimmt. Diese Mitfahrer zahlen den Preis eines Bustickets. Die Treffpunkte werden in Echtzeit mit Hilfe von Algorithmen in der Smartphone-App ermittelt, die Umwege für den Fahrer sollen schließlich klein gehalten werden. Ein bislang noch theoretisches Beispiel: Man leiht sich am Hauptbahnhof in München ein Auto von Spiri, um zum Olympiastadion zu fahren. Entlang dieser Route steigen dann andere Personen zu, die in dieselbe Richtung müssen.

Start mit eigenem Modell
Das Konzept soll zuerst in Skandinavien, Deutschland und Großbritannien starten, die erste Stadt wird 2017 aktiv sein. Ein passendes Fahrzeug hat Spiri selbst entwickelt: Seine ungewöhnliche Optik resultiert aus eng zusammenstehenden Vorderrädern. Ohne Batterie wiegt das ebenfalls ,Spiri" getaufte Fahrzeug 450 Kilogramm, soll aber Platz für vier Personen bieten und mehr Beinfreiheit als eine Mercedes S-Klasse haben. An der Entwicklung waren frühere Ingenieure von Aston Martin und Tesla beteiligt. Die Batteriekapazität des Spiri beträgt nur 36,5 Kilowattstunden, dennoch soll der Wagen bis zu 320 Kilometer weit kommen.

Maximale Reduktion
Grundlage des Spiri ist ein Chassis aus Kohlefaser. Alles, was im Stadtverkehr nicht nötig ist, flog raus. So gibt es keine Innenverkleidung, keine Farbe und 75 Prozent weniger Einzelteile. Jedes Fahrzeug ist über das Betriebssystem durchgehend mit der Cloud verbunden, wodurch unter anderem eine Überwachung rund um die Uhr möglich ist. Zunächst einmal wird der erste Spiri-Prototyp aber ausgiebig getestet, ehe man ihn vielleicht schon bald auf den Straßen sieht.

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