Kombi-Crossover Mercedes E-Klasse All-Terrain

Jetzt also auch Mercedes. Jawohl, die Halbgattung der Crossover-Kombis ist um einen großen Stern reicher. Auf dem Pariser Autosalon 2016 zeigen die Schwaben die neue E-Klasse All Terrain, quasi ein fahrendes Holzfällerhemd mit Hipster-Bart. Für alle, die normale Kombis zu langweilig und richtige SUVs zu spießig (oder peinlich) finden. Das Rezept unterscheidet sich nicht wirklich von Audis A4- und A6-allroad-Modellen, den Alltrack-Kombis von VW oder Volvos bildschönem neuen V90 Cross Country. Sprich: Mercedes schenkt seinem neuen E-Klasse T-Modell etwas mehr Bodenfreiheit, etwas dickere Reifen, Allradantrieb und eine Prise hemdsärmeligem Offroad-Design-Schick.

29 Millimeter höher
Die stetig wachsende Kundschaft freut sich im Gegenzug über ein Gefühl gesteigerter Robust- und Freiheit. Wobei sich die Freiheit in den meisten Fällen darauf beschränken dürfte, den Weg zum Skilift zu meistern oder ganz verwegen einen Randstein hochzufahren, ohne sich die Frontschürze oder die schicke Felge zu verkratzen. Die neue Mercedes E-Klasse All-Terrain unterstützt diese Vorhaben ab Werk mit 4Matic-Allrad und einem Luftfahrwerk mit 15 Millimeter höherem Normalfahrniveau. Insgesamt liegt der All-Terrain 29 Millimeter höher als ein normaler E-Klasse-Kombi. Die restlichen 14 Millimeter gehen auf das Konto dickerer Reifen. Je nach Stellung der Luftfederung beträgt die Bodenfreiheit 121 bis 156 Millimeter.

Neuer Schlechtwege-Modus
Mit der Höherlegung erhält die Crossover-E-Klasse auch ein neues Fahrprogramm mit dem Namen ,All-Terrain". Es leitet sich laut Mercedes vom SUV GLE ab und lässt sich als einer von fünf Fahrmodi über den serienmäßigen Dynamic-Select-Fahrdynamikschalter auswählen. Für den ,Einsatz abseits befestigter Wege" schraubt sich das Luftfahrwerk dann 20 Millimeter in die Höhe. Außerdem stellen sich ESP, die Antriebsschlupfregelung und die Giermomentregelung auf schwierigere Bodenverhältnisse ein. Visualisiert wird der ,Offroad"-Modus durch eine spezielle Anzeige im Fahrzeugdisplay, die über Lenkwinkel, die Stellungen von Luftfederung, Steigungs- und Neigungswinkel sowie von Gas und Bremse informiert. Für komplett ausweglose Situationen wird sogar ein Kompass eingeblendet.

Zwei Diesel
Zum Marktstart der neuen All-Terrain-E-Klasse im Frühjahr 2017 wird lediglich der neue Zweiliter-Diesel E 220 d 4Matic mit 194 PS verfügbar sein. Die Fahrleistungen sind minimal schwächer als beim normalen E-Klasse T-Modell (0-100 km/h in 8,0 statt 7,7 Sekunden). Der Verbrauch verschlechtert sich von 4,2 auf 5,1 Liter im Schnitt. Kurze Zeit später soll eine Variante mit Sechszylinder-Diesel folgen. Vermutlich handelt es sich dabei um den 350 d mit 258 PS. Beiden gemein ist das bekannte Neungang-Automatikgetriebe.

Optisch unrasierter
Optisch unterscheidet sich die Offroad-E-Klasse durch einen stämmigeren Grill, geänderte Schürzen mit angedeutetem Unterfahrschutz, die typischen schwarzen Beplankungen für die Radhäuser sowie neu gestaltete Räder in 19 oder 20 Zoll. Das angepasste Luftfahrwerk und die Räder mit höheren Flanken sollen den ohnehin bemerkenswerten Fahrkomfort der E-Klasse nochmals steigern. Natürlich verfügt auch die All-Terrain-Variante über das edle Hightech-Cockpit der neuen E-Klasse. Dass man es mit der Crossover-Version zu tun hat, erkennt man innen an einem neuen Zierteil im Alu-Carbon-Look, Edelstahl-Pedalen mit Gumminoppen sowie speziellen Fußmatten. Zu den Preisen hat sich Mercedes noch nicht geäußert. Mit einem All-Terrain-Aufschlag von ein paar tausend Euro darf aber allein schon aufgrund der besseren Serienausstattung gerechnet werden.

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