Der Bentayga wird zum ersten Bentley mit Selbstzünder

Auch wenn es Besitzer eines Bentley Bentayga vielleicht nicht gerne hören: Ihr Auto ist eigentlich nur ein aufwendig umgestalteter Audi Q7. Gebaut werden beide SUVs in der Slowakei, der Bentley aber in Großbritannien endmontiert. Beide teilen sich den Radstand von drei Meter, jedoch ist die ausladene Karosserie des Bentayga sieben Zentimeter länger. Warum wir Ihnen all das erzählen? Weil der Bentayga mit Schützenhilfe aus Ingolstadt zum ersten Bentley aller Zeiten mit Dieselmotor wird. Die Premiere ist für den Pariser Autosalon (1. bis 16. Oktober 2016) terminiert.

V8-Diesel von Audi
Den Selbstzünder unter der großen Haube hat sich Bentley aus dem Audi-Regal gegriffen. Es handelt sich um den Vierliter-Triturbo-Diesel mit 435 PS und einem maximalen Drehmoment von 900 Newtonmeter, wie er auch im Audi SQ7 erhältlich ist. Einziger Unterschied: Während Audi bei 250 km/h abregelt, darf der Bentayga bis 270 km/h rennen. Die Beschleunigungszeit von 4,8 Sekunden auf Tempo 100 ist bei beiden SUVs gleich, serienmäßig ist eine Achtgang-Automatik.

Drehfreude dank Elektro-Hilfe
Streng genommen müsste man im Fall des Bentayga Diesel von einem Biturbo-Motor mit einem dritten, elektrisch angetriebenen Verdichter reden. Deshalb weist das Fahrzeug auch ein 48-Volt-Bordnetz auf. Zwei sequenziell geschaltete Twin-Scroll-Turbolader werden durch Abgase angetrieben, während der Elektrolader innerhalb von 30 Mikrosekunden anspringt, um ein Turboloch auszumerzen. Im Fall des vergleichbaren Audi SQ7 sorgte diese Aufgabenteilung in unserem Test für einen ,bemerkenswert drehfreudigen Selbstzünder".

Kultivierter Auftritt zum Picknick
Für den Bentayga Diesel verspricht Bentley einen sehr kultivierten Auftritt. Dafür wurde unter anderem die Abgasanlage auf maximale Zurückhaltung hin entwickelt. Äußerlich weist ein ,V8-Diesel"-Emblem im unteren Rand der vorderen Türen auf den besonderen Antrieb hin, hinzu kommt ein schwarzer ,Matrixgrill" mit Chromeinfassung und verchromter Mittelstrebe. 20-Zoll-Felgen gehören zur Grundausstattung. Doch Bentley wäre keine Luxusmarke, wenn es nicht ausgefallene Extras gäbe. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Mulliner-Picknick-Set inklusive Kristallgläsern oder einer Tourbillon-Uhr von Breitling aus Rot- oder Weißgold? Für die Ohren gibt es Audiosysteme mit bis zu 1.950 Watt Leistung und 18 Lautsprechern. Anfang 2017 sollen die ersten Auslieferungen in Europa starten, gerechnet werden kann mit einem Preis von rund 150.000 Euro.

Lesen Sie auch:

Bildergalerie: Diesel-Debüt