VW zeigt Studie mit Elektro-Hinterradantrieb und autonomem Fahrmodus

"Denke neu" oder auf gut Englisch "Think New!": Das ist das Motto der angeschlagenen Marke VW auf dem Pariser Autosalon (1. bis 16. Oktober 2016). Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht die Studie eines neuen Elektrofahrzeugs namens "I.D.", was man sowohl deutsch als "Idee" aussprechen kann, als auch englisch (wie die Kurzform für Ausweis). Der lokal emissionsfreie Kompakte soll bereits 2020 in Serie gehen – und zwar parallel zum Golf, nicht etwa als Ersatz.

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Kompakter i3-Rivale startet 2020
Der kompakte I.D. soll den Auftakt für eine neue Generation von Elektroautos bilden, die auf einer neuen, speziell für E-Mobile entwickelten Plattform beruhen. Der I.D. ist das erste Auto, das auf diesem neuen Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) basiert. Angetrieben wird er von einem 170 PS starken Elektromotor – damit ist er exakt genauso stark wie der BMW i3. Den Sprint auf 100 km/h soll er in unter acht Sekunden schaffen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h. Die Reichweite wird 600 Kilometer betragen. Daneben sind Autos mit weniger Leistung und weniger Reichweite denkbar. Der Preis soll auf dem Niveau eines vergleichbar starken Golf bleiben – das wären beim 170-PS-Topmodell wohl etwa 30.000 Euro.

Kürzer als ein Golf, aber mehr Radstand
Der I.D. ist mit 4,10 Meter fast 16 Zentimeter kürzer als ein Golf, soll aber innen so viel Platz wie ein Passat bieten. So ist auch der Radstand 13 Zentimeter länger als beim Golf, außerdem wird auf B-Säulen verzichtet. Bei den hinteren der vier Integralsitze lassen sich die Sitzflächen hochklappen wie bei Kinosesseln. Alternativ kann man die Sitze im Boden versenken. Möglich wird der große Innenraum auch dadurch, dass der Elektromotor an der Hinterachse sitzt und die Hochvoltbatterie im Fahrzeugboden liegt.

Autonomes Fahren ab 2025
Gleichzeitig zeigt der I.D., wie sich die Wolfsburger das autonome Fahren vorstellen, das ab 2025 Realität werden soll: Tippt der Fahrer auf das VW-Logo im Lenkrad, verschwindet das Lenkrad und der vollautomatische Modus ,I.D. Pilot" ist aktiviert. Der Autoschlüssel wird vom Smartphone ersetzt. Mit diesem ,Digital Key" öffnet man den Wagen und macht ihn fahrbereit. Gleichzeitig wird die ,Volkswagen ID" des Fahrers aus einer Cloud abgerufen und der Wagen entsprechend eingestellt. Zum individuellen Profil gehören Sitz- und Klimaeinstellungen, favorisierte Radiosender und Media-Playlists, Einstellungen des Soundsystems, Kontaktdaten von Freunden und Geschäftspartnern und die Konfiguration des Navigationssystems.

Vernetzung mit der Wohnung
Der Wagen soll sich auch mit der eigenen Wohnung vernetzen lassen. So kann man sich im Auto Kamerabilder anzeigen lassen, mit denen man zu Hause nach dem Rechten schauen kann. Man kann auch vom Fahrzeug aus die Wohnungstüre öffnen, falls Sohnemann mal wieder den Hausschlüssel vergessen hat. Der Kofferraum des geparkten I.D. kann zudem als Postbox verwendet werden – für die Zustellung des Pakets vom Versandhändler. Der Zusteller erhält dabei eine Information über den Standort des Fahrzeugs und eine temporäre Zugangsberechtigung zum Kofferraum.

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