Nicht jeder überflutete Wagen muss ein Totalschaden sein

Die Bilder gingen durch die Fernsehnachrichten: Ungeheure Hochwassermassen, die sich durch einige Dörfer in Baden-Württemberg stürzen. Mittendrin auch Autos, die von den Fluten wie Spielzeuge mitgerissen wurden. Sie sind fraglos ein Totalschaden, aber viele durch Wasser in Mitleidenschaft gezogene Fahrzeuge können durchaus repariert werden. Darauf weist nun der TÜV Süd hin.

Besser nicht starten
Damit Wasserschäden von den Werkstätten beseitigt werden können, müssen aber die Autobesitzer umsichtig handeln. So darf ein zuvor umspülter Motor keinesfalls gestartet werden. Auch wenn das Triebwerk anspringt, besteht die Gefahr, dass Wasser ins Öl gelangt ist. Es droht ein Motorschaden. Keine Alternative ist das bloße Einschalten der Zündung, dieser Vorgang kann schwerwiegende Probleme bei Elektrik und Elektronik verursachen. Der TÜV rät dazu, die Batterie zügig abzuklemmen.

Vorsicht bei der Wassertiefe!
Die beste Lösung ist also, das Auto in eine Werkstatt schleppen zu lassen. Dort wird untersucht, ob eine Trockenlegung möglich und lohnenswert ist. Abhängig ist das vom Zeitwert, der Eintauchtiefe und dem Schmutz im Wasser. Apropos Eintauchtiefe: Oft fragen sich Autofahrer, welche Fluten passierbar sind. Generell gilt: Bis zu den Radnaben ist alles in Ordnung, kritisch wird es, wenn das Wasser bis an den Lufteinlass des Motors gelangen kann. Dieser ist aber nicht von außen erkennbar und wird gerne mit den Lufteinlässen verwechselt.

Kasko zahlt nicht immer
Überschwemmte Straßen sollten daher nur im Notfall und auch dann sehr behutsam überquert werden. Schäden durch Hochwasser deckt grundsätzlich die Kaskoversicherung ab. Grobe Fahrlässigkeit ist aber mitunter ausgeschlossen, wenn zum Beispiel das Auto trotz Flutgefahr auf einem gefährderten Parkplatz gestanden hat.

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