400-PS-Stufenheck debütiert in Paris

Der neue quattro-GmbH-Chef Stephan Winkelmann wechselte ja von Lamborghini nach Ingolstadt. Mit Leistung kennt er sich also aus. Gut, dass er auf dem Pariser Autosalon gleich mal den stärksten Kompaktwagen dabei hatte, den es derzeit gibt. Die Rede ist von der neuen Audi RS 3 Limousine. Und all ihren 400 PS. Ja, dieser RS 3 kriegt den neuen 2,5-Liter-Fünfzylinder-Turbo aus dem kürzlich vorgestellten TT RS. Er hat nicht nur bei den PS eine Vier vorne, sondern bringt auch ziemlich gemeine 480 Newtonmeter Drehmoment. 26 Kilo leichter als das alte Aggregat (das bis vor Kurzem mit 367 PS im RS 3 Sportback fuhrwerkte) ist er dank Leichtmetall-Kurbelgehäuse obendrein, was der eher frontlastigen Gewichtsverteilung mehr als gut tun dürfte.

Extrem flott
Wie die Leistungsdaten vermuten lassen, ist die RS 3 Limousine ziemlich schnell. Über eine Siebengang-Doppelkupplung geht die Kraft an alle vier Räder. Und das vermutlich ziemlich verlustfrei, denn Audis Über-Stufenheck schafft die 0-100 km/h in 4,1 Sekunden und rennt auf Wunsch bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h. Halleluja.

"Kontrollierte Drifts"
Für möglichst viel Kurvenspaß sorgen die elektro-hydraulische Lamellenkupplung, welche die Kräfte variabel zwischen den Achsen verteilt sowie die radselektive Momentensteuerung des ESC. Diese bremst bei schnellerer Fahrt die kurveninneren Räder ab, um Untersteuern entgegenzuwirken. Serienmäßig kriegt die RS 3 Limousine darüber hinaus den Fahrdynamikschalter ,Drive Select", in dessen ,Sport"-Modus das ESC deutlich entspannter regeln soll. Audi verspricht uns sogar ,kontrollierte Drifts".

Tiefer, breiter, lauter
Die RS 3 Limousine ist 25 Millimeter tiefer als ein Standard-A3. Auf Wunsch ist auch ein adaptives Fahrwerk zu haben. Die Spur wächst vorne um 20 und hinten um 14 Millimeter. Deutlich wird das durch deutlich angeschwollene Radhäuser. Darunter verbergen sich serienmäßig 19-Zoll-Räder mit 370er-Bremsscheiben und Acht-Kolben-Sätteln vorne. Hinten kommen 310-Millimeter-Scheiben zum Einsatz. Carbon-Keramik-Bremsen gibt es gegen Aufpreis. Weitere RS-Optik-Goodies: ein dicker Singleframe-Grill mit quattro-Schriftzug, ein durchgängiges Frontspoiler-Blade, eine feste Spoilerlippe auf dem Heckdeckel sowie ein Diffusor mit den zwei typischen ovalen Riesen-Endrohren. Aus letzteren entströmt wie gewohnt ein Fünfzylinder-Konzert zum Niederknien.

Zuerst in China und USA
Innen erwartet Sie die übliche RS-Cockpit-Kur mit Leder-Sportsitzen und (gegen Aufpreis) dem wunderbaren Virtual Cockpit mit 12,3-Zoll-Bildschirm. Umfangreich connected wird natürlich ebenfalls. Google Earth, Google Street View, Apple CarPlay, Android Auto – hier ist alles an Bord. Leider passiert das Ganze vorerst in den USA und China, wo kompakten Limousinen einfach deutlich mehr Herzen zufliegen als in Europa. Die RS 3 Limousine startet dort als ,Audi Sport"-Modell ab Sommer 2017. Dass sie auch zu uns kommt, ist offenbar ausgemachte Sache. Nur wann, steht noch nicht fest. Entsprechend gibt es auch noch keine Preise.

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