Der Golf GTI-Konkurrent i30 N soll 2017 auf den Markt kommen

,Geboren in Namyang, verfeinert auf dem Nürburgring", so könnte man den Buchstaben N erklären, den Hyundai als Bezeichnung seiner neuen Submarke für sportliche Automobile auserkoren hat (im koreanischen Namyang liegt der Hauptsitz des Forschungs- und Entwicklungszentrums des Unternehmens). Man könnte aber auch sagen, nach M kommt N, denn Chef für die Entwicklung der Hochleistungsmodelle bei Hyundai ist kein geringerer als Albert Biermann. Und der war zuvor für die Entwicklung der M-Fahrzeuge bei BMW verantwortlich. Wir haben Biermann im europäischen Technik-Center von Hyundai am Nürburgring gesprochen.

Nürburgring approved
Das Label ,Nürburgring approved" (auf dem Nürburgring erprobt) wird von Autofahrern in der ganzen Welt geschätzt. Deshalb hat Hyundai In einem Gewerbegebiet direkt am Ring ein 3.600 Quadratmeter großes Test-Areal errichtet, das vom Hyundai Motor Europe Technical Center in Rüsselsheim betrieben wird. Das Testteam profitiert von 73 Kurven, Steigungen von bis zu 17 Prozent und einem Höhenunterschied von rund 300 Meter. Sogenannte ,beschleunigte Dauertests" umfassen 480 Nordschleifen-Runden (zirka 10.000 km), die innerhalb weniger Wochen absolviert werden. Da diese Tests extrem hart und intensiv sind, entspricht dies einer Laufleistung von 150.000 Kilometern im täglichen Straßenverkehr.

Der Golf-GTI-Gegner von Hyundai
Anlässlich des 24-Stunden-Rennens 2016 ermöglichte Hyundai im Technik-Center einen ersten Blick auf den kommenden Golf-GTI-Gegner der Marke. In der modernen Werkstatthalle stand ein noch getarnter Hyundai i30 N. Das Fahrzeug hat einen Zweiliter-Turbo unter der Haube, während der stärkste aktuelle Motor im i30 ein 1,6-Liter-Turbo mit 186 PS ist, der den Wagen in acht Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und 219 km/h schnell macht. Diese Maschine kommt auch im Coupé Veloster Turbo mit ähnlichen Fahrleistungen zum Einsatz.

Fahrspaß ist das wichtigste
Zu den Leistungsdaten des Zweiliter-Turbo wollte sich Biermann nicht näher äußern. Er führte lediglich aus, dass man nicht an die äußersten Grenzen gehen wolle, erstens sei der Leitsatz des Unternehmens, dass ein zehn Jahre altes Auto noch genauso wie am ersten Tag fahren soll und zweitens gewähre Hyundai eine Fünfjahres-Garantie. Letztlich sei Leistung nicht der wichtigste Faktor, sondern der Fahrspaß, den ein Auto bietet. Auch solle das Fahrzeug noch für junge Käufer erschwinglich bleiben. Immerhin ist in einem Video-Clip zu sehen, wie ein Messinstrument bei der Motorerprobung eine Leistung von 263,9 PS und ein Drehmoment von 308,9 Newtonmeter anzeigt. Also gehen wir beim endgültigen i30 N von 260 bis 270 PS aus. Der Marktstart soll im Jahr 2017 erfolgen.

Elektronisch kontrolliertes Slip-Differenzial
Am Fahrzeug, das auf einer Hebebühne stand, aber nicht aus der Nähe fotografiert werden durfte, erläuterte Biermann weitere Besonderheiten: Querverbindungen vorne und hinten unter dem Auto versteifen es. Kupplung und Schaltung werden verbessert und der Leistung angepasst, denn ,das Schalten muss Spaß machen". Zum Einsatz werden auch Hochleistungsreifen und ein speziell abgestimmtes ABS samt EDC kommen. Technische Schmankerl werden ein elektronisch kontrolliertes Slip-Differenzial für die Antriebsachse sowie ein sogenanntes ,Smart Damping Control System" (SDC). Spezielle Sportschalensitze, in denen auch große Fahrer einen Helm tragen können, sollen das sportliche Angebot abrunden.

Entwicklungsfahrzeug im Renneinsatz
Beim 24-Stunden-Rennen wurde sodann ein Entwicklungsfahrzeug mit dem neuen Zweiliter-Turbo eingesetzt, dessen Leistung wohl um die 300 PS gehabt haben muss. Auch die meisten der anderen Komponenten des kommenden i30 N wurden in diesen Rennwagen eingebaut. Von den 159 gestarteten Rennfahrzeugen am Nürburgring sah der i30 2.0 Turbo nach 24 Stunden auf dem 90. Gesamtrang die Zielflagge. Die Fahrer Bruno Beulen aus Belgien, Michael Bohrer, Alexander Köppen und Rory Pentinnen aus Finnland legten 91 Runden beziehungsweise 2.309,39 Kilometer zurück. Die schnellste Runde lag mit 9:55.636 Minuten unter der Zehn-Minuten-Marke.

Alle Hyundai-Autos im Ziel
An dem Rennwochenende kamen 185.000 Zuschauer an den Ring, um das Rennen live zu erleben. Mehr als 12.000 Motorsportfans drückten am Streckenabschnitt Brünnchen in der ,Hyundai N Fan Area" den drei Hyundai-Rennwagen die Daumen, dem i30 2.0 Turbo, einem seriennahen i30 1.6 Turbo und einem Veloster 1.6 Turbo. Alle Fahrzeuge kamen ins Ziel. Der Veloster Turbo konnte nach 2013 erneut den Klassensieg erreichen.

Ideales Test-Umfeld
,Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring ist das ideale Test-Umfeld für unsere vom Motorsport inspirierte Submarke N. Die technologische Inspiration, die wir durch diesen Extremtest erhalten, hilft uns, die Entwicklung unserer N-Modelle voranzutreiben", sagte Albert Biermann zum Abschluss.

Lesen Sie auch:

Bildergalerie: Neue Sportmarke N von Hyundai