BMW Motorrad Vision Next 100

Die Zukunftsstudien ,Vision Next 100" von BMW, Mini und Rolls-Royce kennen wir bereits. Nun stellt auch BMW Motorrad ein Konzept für die Zukunft der Marke vor. Im Rahmen der Ausstellung ,Iconic Impulses. The BMW Group Future Experience" in Los Angeles wurde die Studie BMW Motorrad Vision Next 100 enthüllt.

Analoger Gegenpol in einer digitalen Welt
,Das BMW Motorrad Vision Next 100 verkörpert das Verständnis der BMW Group vom Motorradfahren in einer vernetzten Welt: Es ist ein analoges Erlebnis in einer digitalen Zeit. Es lässt mich aus dem Alltag ausbrechen. Ab dem Moment, in dem ich aufsteige, erlebe ich absolute Freiheit", erklärt Edgar Heinrich, der Design-Chef von BMW Motorrad, die Idee hinter dem Konzeptfahrzeug. Die ,absolute Freiheit" – auf englisch also sinngemäß ,The Great Escape" – ist auch der Arbeitstitel des Zukunfts-Bikes. In einer bald vollständig digitalen Welt mit vernetzten und autonomen Fahrzeugen soll das Motorrad weiterhin der analoge Gegenpol sein – allerdings mit höchstmoderner Technik.

Flexibler Rahmen ohne Gelenke
Wie viel Zukunftstechnik im Konzept-Motorrad steckt, wird schon beim Rahmen klar: Ein sogenanntes ,Flexframe" erlaubt dank seiner Biegsamkeit Lenkmanöver völlig ohne Lager oder Gelenke. Bewegt man den Lenker, folgt der gesamte Rahmen dieser Bewegung und lässt das Bike die Richtung ändern. Je nach Fahrsituation unterscheiden sich die aufzubringenden Kräfte: Im Stand lenkt sich das Motorrad sehr leicht, bei höherem Tempo gibt es einen größeren Widerstand.

Hommage an die Vergangenheit
Designtechnisch zitiert der schwarze Dreiecksrahmen das erste BMW Motorrad – die R32 von 1923. Mitten im Rahmen sitzt die Antriebseinheit. Optisch ein klassischer Boxermotor, technisch eine emissionsfreie Antriebseinheit, wahrscheinlich ein drehmomentstarkes Elektro-Aggregat. Der Clou: Im Stand liegt der ,Boxer" eng an und betont das Design, bei der Kurvenhatz fährt er seitlich aus und optimiert so Aerodynamik und Wetterschutz des Motorrads. Ebenfalls interessant: Die Reifen sind mit einer integrierten Dämpfungsfunktion ausgerüstet und passen sich dank variablem Profil dem jeweiligen Untergrund an.

Ganz ohne Schutzkleidung
,Wenn wir ein Motorrad entwickeln, denken wir normalerweise fünf bis zehn Jahre in die Zukunft. Der Blick weiter voraus, in eine deutlich entferntere Zukunft, ist daher für uns besonders spannend und überaus reizvoll", erklärt Edgar Heinrich. So soll eine Vernetzung von Fahrer, Maschine und Umwelt kritische Fahrsituationen vorhersehbar machen. Das Ziel? Die Möglichkeit, komplett auf heute übliche Motorradkleidung wie Helme oder Protektoren verzichten zu können.

Selbststabilisierung ohne Umfallen
Doch wie macht man ein Motorrad so sicher, dass man auf Schutzkleidung verzichten kann? Aktive Assistenzsysteme balancieren das Bike jederzeit aus, im Stand und während der Fahrt – so kann man nicht mehr umfallen. Neben der ,Self Balance"-Technik bildet eine Schutzbrille mit integriertem Head-up-Display den Kern der Sicherheitstechnik der Studie. Je nach Blickführung projiziert die Brille Hinweise zur Strecke, einen Rückspiegel, ein Funktionsmenü oder eine Kartenansicht in das Sichtfeld des Fahrers.

Funktionelle Ausrüstung
Ganz ohne Motorradkleidung möchte BMW seine zukünftigen Kunden dann aber doch nicht auf die Piste lassen. Die schwarz-weiße Ausrüstung dient als Wind- und Wetterschutz, kann kühlen und wärmen, unterstützt den Fahrer mit einer flexiblen Bandstruktur beim Kurvenfahren und entlastet die Halswirbelsäule durch einen aufblasbaren Nackenbereich – vollautomatisch. Wie analog das alles jetzt wirklich noch ist, müssen Sie selbst entscheiden.

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