So extrem ist der Bengala F12 Caballeria

Das mit dem Ferrari-Tuning ist ja immer so eine Sache. Im Prinzip gehört es sich nicht und es ist unanständig. Über das Meisterwerk eines begnadeten Malers würde man ja auch nicht einfach drüberpinseln, damit es … ähm … individueller aussieht. Auf der anderen Seite gibt es genügend reiche Menschen, für die selbst ein Ferrari F12 ein bisschen zu sehr nach ,von der Stange" aussieht. Aber zum Glück gibt es ja Unternehmen wie Bengala Automotive aus Madrid. Der spanische Tuner hat nun nämlich ein komplettes Carbon-Bodykit für den großen Hengst entworfen. Etwas weniger Gewicht kann schließlich nicht schaden. Mit den lausigen 740-V12-PS kommt der 1.630 Kilo schwere F12 ja bekanntlich kaum vom Fleck.

Wie ein Ferrari GT3
Vermutlich geht es Bengala aber gar nicht so sehr um die Fahrdynamik. Hier dreht sich alles um Individualität, Exklusivität und Style. Wahrscheinlich sollte man alle drei Begriffe in dicke Anführungszeichen setzen, aber so ist das nun mal im Tuningland der Reichen und Schönen. Mansory lässt grüßen und verdient sich dabei eine goldene Nase. Bengala erhofft sich wohl Ähnliches, auch wenn vom hier gezeigten F12 Caballeria lediglich zehn Exemplare entstehen werden. Die Optik lehnt sich laut den Worten des Veredlers an die der Ferrari-GT3-Rennwagen an. Die fühlen sich jetzt sicher geschmeichelt. Bisher gibt es nur Computer-Grafiken, aber bis Sommer 2017 sollen alle F12 Caballerias gebaut sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem ziemlich horrenden Preis.

Eigenes Kundenprogramm
Immerhin dürfen sich die glücklichen Besitzer darüber freuen, dass sie automatisch in das exklusive Bengala Privilege Programm aufgenommen werden. Dort kann man sich ,gleichgesinnten Menschen anschließen, die dieselbe Passion für Individualität hegen". Außerdem gibt es private Events und Vorab-Besichtigungen künftiger Bengala-Kreationen, auf die man auch gleich ein Vorkaufsrecht erhält. Schließlich wird Bengala nur ein Projekt im Jahr realisieren, von dem höchstens zehn Exemplare entstehen. Glück hat, wer da als erster zuschlagen darf.

Warme Worte vom Chef
Warme Worte gibt es auch von Bengala-Chef Shogi Saeidnia: ,In den meisten Fällen ist Einzigartigkeit eine Geisteshaltung. Wir liefern unseren Kunden eine Interpretation ihrer Sehnsüchte, basierend auf ihren Träumen. Einfach ausgedrückt, haben wir ein einzigartiges Stück Design und Ingenierskunst gemeistert und erschaffen, den Bengala F12 Caballeria, und zehn spezielle Individuen haben ihn sich verdient." Äh, ja. Infos zu mechanischen Änderungen oder technische Daten nennt Bengala nicht. Man kann also davon ausgehen, dass der 6,3-Liter-V12 nicht in den Genuss einer Überarbeitung kommen wird. Mit der neuen Optik hat man auch erstmal genug zu verdauen.

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