Erste Skizzen des Skoda Kodiaq

Nach der Präsentation der Studie Vision S auf dem Genfer Autosalon im Frühjahr 2016 meinten wir, wir wüssten genau, wie der neue Skoda Kodiaq aussehen würde. Aber nun veröffentlicht die Tschechenmarke Skizzen, die ganz anders aussehen als die Bilder der Studie. Trotzdem sollen sie den Kodiaq zeigen. Ist der deutlich geräumiger wirkende Vision S damit vom Tisch? Oder wird es zwei SUVs geben? Wir versuchen, Ordnung in das Wirrwarr zu bringen.

Coupéartig? Oder doch viel Kofferraum?
Die beiden Skizzen zeigen einen recht sportlichen Entwurf, der eigentlich gar nicht so recht zur vorwiegend praktisch positionierten Marke Skoda passt. Die fast schon schießschartenartigen Seitenfenster und die stark geneigte C-Säule riechen eher nach Coupé als nach großem Stauvolumen. Dennoch verspricht Skoda den ,größten Kofferraum der Klasse", optional gibt es eine klappbare dritte Sitzreihe. Also doch ein großes SUV, das sich größenmäßig eher am VW Touareg orientiert als am Tiguan? Der Vision S war 4,70 Meter lang und lag damit nur zehn Zentimeter unter dem Gardemaß des Touareg, aber 22 Zentimeter über dem neuen Tiguan. Er sollte sechs Sitzplätze in drei Reihen bieten.

Vorstellung in Paris?
All das passt zum Vision S, genau wie die Angaben zur Vorstellung des Serienmodells: Der Kodiaq hat laut Skoda im September 2016 Weltpremiere – also wohl auf dem Pariser Autosalon, dessen Pressetage gerade noch in diesen Monat fallen. Der Vision S sollte einen Ausblick geben auf ein ,neues großes SUV-Serienmodell", das im Herbst vorgestellt werden sollte.

Front wie beim Vision S
Grill und die Frontleuchten sehen bei den Skizzen ähnlich aus wie beim Vision S. Die Luftöffnung ist für ein SUV erstaunlich klein. So imposant wie die Q-Modelle von Audi – sogar der kleine Q2 hat einen Monstergrill – sollen die Skodas offenbar nicht wirken. Direkt an den Grill anschließend liegen wie beim Vision S schmale Scheinwerfer. Das Heck wirkt noch kristalliner als die Seitenansicht. Die Rückleuchten sollen die markentypische C-Form besitzen, so Skoda. Das war beim Vision S nicht zu sehen, und ist auch bei den Skizzen schwer erkennbar – auch weil das C viel eckiger ist als bei früheren Skoda-Modellen. Seitlich fallen die riesigen Räder auf. Sie sehen so aus, als würden sie keinen Platz mehr in den Radkästen finden, sondern überstehen. Auf der Straße ist das natürlich nicht erlaubt, aber zeichnen darf man es.

Innen wie Tiguan und Ateca? Oder futuristisch?
Zum Innenraum liefert Skoda keine Bilder. Sieht das Cockpit also ähnlich aus wie bei VW Tiguan und Seat Ateca? Oder so futuristisch wie beim Vision S? Laut Skoda soll es vier große, vertikale Luftdüsen geben. Ein großes Display teilt die Instrumententafel in zwei gleichwertige Zonen für Fahrer und Beifahrer. All das hört sich so an, als würde Skoda das Cockpit des Vision S beschreiben.

Skoda soll emotionaler werden
Was also bedeutet das alles? Den Schlüssel liefert vielleicht folgender Satz von Skoda-Chefdesigner Jozef Kaban: ,Skoda wird noch viel emotionaler." Offenbar ist man in Mlada Boleslav nicht zufrieden mit dem rational-praktischen ,simply clever"-Image. Man will vermehrt Kunden ansprechen, die Wert auf Ästhetik legen. Die Skizzen zeigen wohl eine leichte Weiterentwicklung des Vision S. Der sah auf den Bildern zu wenig emotional aus, deswegen sollen Skizzen nun das Image nachjustieren. Aber weder haben wir Skodas Hauptquartier verwanzt, noch können wir Kabans Gedanken lesen. Es bleibt spannend.

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