Geheimnisvoller Hyundai-Sportler erwischt

Dass man heutzutage von neuen Fahrzeugmodellen noch richtig überrascht wird, kommt eher selten bis gar nicht vor. Umso größer wäre der Hammer, den Hyundai uns hier offenbar gerade auftischt. Brandneue Erlkönigbilder zeigen nämlich die ersten Testfahrten eines kleinen Mittelmotor-Sportwagens, der sich verdächtig stark an der Studie RM16 N orientiert. Wir rekapitulieren kurz: Auf der koreanischen Busan Motor Show debütierte die wilde Studie im Juni 2016. Auch die mittelmotorigen Vorgänger RM14 und RM15 zeigte man dort. Alle drei sollten ein wenig Feuer entfachen für Hyundais neue Performance-Submarke namens ,N". An eine Serienfertigung dachte wohl niemand. Dass Hyundai jetzt womöglich ernst macht? Umso schöner.

Kommt er mit 300 PS?
Bereits auf dem Pariser Autosalon 2016 im September zeigte man mit der Studie RN30 Concept, wie irre der fest eingeplante Kompaktsportler i30 N (ein Konkurrent für Honda Civic Type R, Golf GTI Clubsport und Co.) aussehen könnte. Mit dem jetzt erwischten Prototypen eines Mittelmotor-Sportwagens wird Hyundais Performance-Ehrgeiz beinahe umheimlich. Die Form verrät es ganz eindeutig: Hier sitzt der Motor hinter dem Fahrer. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um einen 2,0-Liter-Turbo, der seine Kraft – per Handschaltung oder Doppelkupplung – ausschließlich an die Hinterräder überträgt. Eine elektronische Differenzialsperre gilt als gesetzt. Geht es nach dem RM16 Concept, dann leistet die Maschine 300 PS und 383 Newtonmeter Drehmoment. In der Studie RN30 drehten die Koreaner ihren aufgeladenen Vierzylinder aber auch schon auf 380 PS und 451 Newtonmeter hoch.

Wie ein koreanischer Renault Clio V6
Optisch macht der RM16-Prototyp überhaupt keinen Hehl aus seinen Zielen. Die weit nach unten gezogene Front, die überbreiten Backen, die monströsen seitlichen Einlässe zur Luftversorgung des Mittelmotors – das wirkt schon alles ziemlich seriös. Dazu kommen sehr viele sehr große Lufteinlässe am Heck, eine abfallende Dachlinie, die in einen ziemlich monumentalen Spoiler mündet, sowie große Räder hinter denen rote Brembo-Bremsen hervorlugen. Das alles wirkt ein bisschen, als hätte man einen Renault Clio V6 ins Koreanische übersetzt. Es wäre schon ein wenig grotesk, wenn ausgerechnet das ach so vernünftige Hyundai ein Auto bauen würde, dass sich unter den gestandenen europäischen Herstellern keiner mehr zu machen traut.

Drei N-Modelle
Wünschenwert wäre es für die Enthusiasten allemal. Bleibt nur die Frage, ob es sich bei diesem RM16-Prototypen um einen künftigen Super-Volkssportler handelt, oder ob das hier nicht doch eher ein neues Hyundai-Rennauto ist, das höchstens im Kundensport zum Einsatz kommt. Die Antwort ist: Wir wissen es nicht. Noch nicht. Albert Biermann, ehemaliger M-GmbH-Entwicklungschef und neuer Leiter von Hyundais N-Sparte, hat für die nähere Zukunft drei N-Autos angekündigt. Eines davon ist ganz sicher der i30 N, eines wird auf Hyundais Nobelmarke Genesis entfallen und das dritte ist noch unbekannt. Vielleicht handelt es sich ja um genau diesen Mittelmotor-Brenner. Ob er dann RM16 N, Veloster N oder komplett anders heißt? Wir bleiben dran …

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