Audi wechselt aus der WEC in die Formel E

Für viele muss es einem Paukenschlag gleichkommen: Audi beendet zum Jahreswechsel 2016/2017 sein Sportwagen-Engagement in der Rennserie WEC (World Endurance Challenge) und wechselt in ein völlig neues Betätigungsfeld: in die Formel E.

Neuland in der Formel E
Die strategische Entscheidung, den lange mit großem Erfolg betriebenen Langstrecken-Motorsport zu verlassen, begründete Audi-Chef Rupert Stadler wie folgt: ,Das Rennen um die Zukunft tragen wir elektrisch aus. Wenn unsere Serienautos mehr und mehr elektrisch werden, müssen das unsere Motorsportwagen als technologische Speerspitze von Audi erst recht sein." Die Formel E als erste rein elektrische Rennserie passe daher ideal zur Audi-Elektro-Strategie, die vorsieht, ab 2018 im Jahrestakt neue Elektro-Autos auf den Markt zu bringen.

Werksunterstützung für Abt
Da der werksseitige Einstieg in die Formel E ,erst" zur nächsten Saison Ende 2017 erfolgen wird, unterstützt Audi in der aktuellen Meisterschaft das Team ,Abt Schaeffler Audi Sport", um Erfahrungen zu sammeln. Als Pilot geht dort Audi-Werkspilot Luca di Grassi an den Start. Audi steigt außerdem bereits jetzt vollständig in die technische Entwicklung der Formel-E-Boliden ein.

Das Ende einer Ära
Das Langstrecken-Engagement von Audi begann 1998. In 18 Jahren gelangen mit den Le-Mans-Prototypen 13 Siege beim prestigeträchtigen Sarthe-Klassiker zweimal rund um die Uhr – der letzte im Jahr 2014. Die Bilanz der Rennfahrzeuge kann sich sehen lassen: Bei 185 Renneinsätzen erzielten die Le-Mans-Prototypen von Audi 106 Siege, 80 Pole-Positions und 94 schnellste Rennrunden. Zweimal gewann Audi mit dem Hybrid-Rennwagen Audi R18 e-tron quattro die FIA-Langstrecken-WM. Auch den ersten Le-Mans-Sieg eines TDI-Motors schnappte sich Audi im Jahr 2006. Eine große Ära geht also nun zu Ende.

Keine Auswirkungen auf die DTM
Vom Le-Mans-Ausstieg sind die restlichen Audi-Motorsport-Aktivitäten nicht betroffen. Sowohl die DTM als auch die Kundensportprogramme werden wie gehabt weiterlaufen. Geprüft wird momentan noch ein möglicher werksseitiger Einstieg in die Rallyecross-Weltmeisterschaft, die in der nahen Zukunft ebenfalls elektrifiziert werden soll.

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