Chevrolet zeigt Drag-Racing-Monster und Autocross-Konzept

Sie lieben US-Autos? Und einen monströsen Auftritt auf Rädern? Dann ist die SEMA-Tuningmesse in Las Vegas (1. bis 4. November 2016) gewissermaßen Ostern und Weihnachten zugleich. Die gigantische Ausstellung nutzen inzwischen auch die großen amerikanischen Autohersteller, um eine wahre Armada an sportlichen Konzepten zu zeigen. Chevrolet bringt beispielsweise gleich mehrere scharfe Camaro-Modelle an den Start.

Werksunterstützung für die Viertelmeile
Zum 50. Geburtstag des Kult-Sportwagens legt Chevrolet unter anderem ein Drag-Race-Programm auf, um der Frage nachzugehen, wie schnell die sechste Camaro-Generation auf der Viertelmeile (402,2 Meter) sein kann. Gekrönt wird das Ganze vom COPO Camaro. Doch der Reihe nach: Anhand eines Testfahrzeugs wurde erprobt, welche Teile von Amateur-Drag-Racern gerne eingebaut werden, um sich Pluspunkte zu verschaffen. Dazu gehören unter anderem eine geänderte Getriebeübersetzung und natürlich stärkere Motoren mit bis zu 600 PS. Der Fokus von Chevrolet fiel auf eine Kernfrage: Wie machen wir ihn schneller, aber behalten die Zuverlässigkeit? Dazu wurde mehr als 100-mal die Viertelmeile entlang gerast, um verstärkte Achsen und weitere Chassis-Komponenten zu testen. Auch der Antriebsstrang und die Reifen wurden untersucht.

Ein Monster namens COPO
Bemerkenswert sind die erzielten Zeiten und Geschwindigkeiten: 60 Fuß gleich 18,2 Meter in 1,425 Sekunden dank eines geänderten Drehmomentwandlers, der den LT1-Motor beim Start auf 4.200 Touren hält. 6,76 Sekunden und 162,3 km/h für die Achtelmeile (201,1 Meter) und schließlich 10,68 Sekunden und 202,3 km/h auf der Viertelmeile. Exakt 69 zahlungskräftige Kunden können sich einen Camaro als ,Werks-Dragster" zulegen. Die Anzahl verweist auf das Jahr 1969, als erstmals solch spezielle Camaro-Modelle geordert werden konnten. COPO steht für ,Central Office Production Order". Das SEMA-Showcar hat einen 5,7-Liter-Kompressor-V8 unter der Haube und wird im Januar 2017 für einen guten Zweck versteigert. Unter dem Blech steckt beim neuen COPO-Camaro ein Rennfahrwerk. In Sachen Leistung stehen zudem der 427-Saugmotor mit sieben Liter Hubraum und ein 6,2-Liter-Benziner mit Direkteinspritzung bereit. Alle verfügbaren Aggregate werden an eine Dreigang-Automatik gekoppelt, da es hier rein um die Beschleunigung geht und viele Gangwechsel vermieden werden sollen.

Camaro Turbo AutoX mit Vierzylinder
Beinahe das Gegenteil des fetten Drag-Camaro ist das Camaro Turbo AutoX Concept. Es wurde von Chevrolet für den Einsatz im Autocross konzipiert. Autocross ist in den USA beliebt, hier geht es primär um möglichst flotte Geschicklichkeit auf einem abgesteckten Parcours. Wer die berühmten Gymkhana-Filme von Ken Block kennt: Sie sind ein entfernter Autocross-Ableger. Entscheidend ist nicht die Höchstgeschwindigkeit, sondern mit Blick auf bestes Handling das Leistungsgewicht. Deshalb bildet ein Camaro mit Zweiliter-Turbobenziner die Basis. Hinzu gesellen sich ein optimiertes Fahrwerk, geänderte Bremsen und Modifikationen am Lufteinlass und der Abgasanlage. Überraschend für die USA ist der Einbau eines manuellen Getriebes mit verkürzten Schaltwegen. Abgerundet wird der Auftritt durch Teile des Camaro SS, einen GoPro-Aufsatz und einer Lackierung in ,Shock Yellow".

Fette Walzen am Camaro ,Slammer"
Apropos Camaro SS: Ihn zeigt Chevrolet auf der SEMA 2016 als ,Slammer Concept". Angelehnt an moderne Hot-Rods soll er besonders stämmig auf dem Asphalt stehen. Dafür sorgen verstellbare Dämpfer sowie Reifen im Format 245/30 R22 vorne und 275/25 R24 hinten. Willkommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Als Motor ist der 453 PS starke LT1-V8 mit 6,2 Liter Hubraum, 617 Newtonmeter Drehmoment und manueller Sechsgang-Schaltung an Bord. Eine geänderte Abgasanlage soll zudem den Gegendruck um bis zu 25 Prozent senken.

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