Porsche zeigt spektakulären 911 RSR

Porsche hat auf der Los Angeles Auto Show 2016 (18. bis 27. November) seinen neuen Langstrecken-Renner 911 RSR vorgestellt. Und was Porsche da vorgestellt hat, ist eine ziemliche Sensation. Jawohl, der neue RSR ist ein Elfer mit Mittelmotor. Genau, Mittelmotor.

Erster Einsatz in Daytona
2017 wird Porsche mit zwei Werksautos in der FIA World Endurance Championship antreten. Das beinhaltet auch die 24 Stunden von Le Mans. Seinen ersten von insgesamt 19 Saison-Einsätzen hat der neue 911 RSR im Januar 2017 beim 24-Stunden-Rennen von Daytona. Der Aufwand für das neue Auto war gewaltig: Fahrwerk, Karosserie, Aerodynamik, Motor, Getriebe – alles am 911 RSR ist von Grund auf neu konstruiert. Porsche-Motorsportchef Dr. Frank-Steffen Walliser sagt: ,Unter Beibehaltung des typischen 911 Designs ist dies die bisher größte Evolution in der Geschichte unseres GT-Top-Modells."

Mehr Flügel möglich
Die größte Überraschung ist dabei sicher die Verschiebung des Motors in Richtung Fahrzeugmitte. Zum Einsatz kommt ein neuer, sehr leichter 4,0-Liter-Sauger mit Direkteinspritzung und starrem Ventiltrieb, der es je nach Restriktorgröße auf etwa 510 PS bringt. Die Kraftübertragung erfolgt per sequentiellen Sechsgang-Getriebe auf die 310er-Hinterreifen. Die neuartige Anordnung des Aggregats ermöglicht einen größeren Heckdiffusor sowie den Verbau eines geradezu monumentalen Heckflügels, der an den Wing des LMP1-Renners 919 Hybrid angelehnt ist. Der Abtrieb des 1.243 Kilo schweren 911 RSR soll sich dadurch signifikant verbessern.

Fahrhilfen auch im Rennwagen
Eine weitere Neuerung ist die Installation eines radargestützten Kollisionswarnsystems, dem sogenannten ,Colission Avoid System". So kann der gestresste Pilot auf einem Monitor selbst im Dunkeln frühzeitig erkennen, wenn sich ein schnelleres Fahrzeug nähert (die Geschwindigkeitsunterschiede zu den LMP-Prototypen sind deutlich größer, als man vielleicht denkt). Das hilft laut Porsche, ,Missverständnisse zu vermeiden". Zur verbesserten Sicherheit im 911 RSR tragen auch ein neuartiger Sicherheitskäfig sowie ein fest mit dem Fahrzeug verschraubter Rennsitz bei. Wegen des starren Sitzes kommen nun (wie beim LaFerrari) verschiebbare Pedale zum Einsatz.

Schneller schrauben
Neben der Sicherheit wurde auch an der Servicefreundlichkeit des neuen Über-GT getüftelt. Ganze Elemente der Carbon-Karosserie lassen sich nun dank schlauerer Schnellverschlüsse deutlich fixer ,am Stück" tauschen. Außerdem wurde die Einstellung des Fahrwerks vereinfacht. Falls Sie sich nun Hals über Kopf in die Idee eines Elfers mit Mittelmotor verliebt haben, bleibt Ihnen wohl nichts anderes übrig, als im nächsten Jahr öfter mal bei einem Langstreckenrennen vorbeizuschauen. Dass ein Porsche 911 mit mittigem Aggregat auch auf der Straße in Serie geht, ist nämlich ausgeschlossen.

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