23.000 Arbeitsplätze fallen weg, 9.000 Jobs werden neu geschaffen

Der Umbau des Volkswagen-Konzerns ist im vollen Gange. Doch wie wirkt er sich auf die Mitarbeiter aus? Müssen Sie für ,Dieselgate" bluten? Jetzt steht fest: Jein. Bei VW werden 23.000 Arbeitsplätze abgebaut, während 9.000 Jobs neu geschaffen werden.

Schlanker in die Zukunft
Allerdings spielt beim jetzt vorgestellten ,Zukunftspakt", den der Vorstand und der Gesamtbetriebsrat ausgehandelt haben, die Diesel-Thematik nur eine Rolle unter vielen. Für VW-Markenchef Herbert Diess geht es auch um Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Vereinfacht formuliert: VW produziert zu unrentabel und hat zu lange bei der Elektromobilität gepennt. Das soll sich nun radikal ändern.

Ein Netto-Verlust von 14.000 Jobs
Was sind die Eckdaten der VW-Vereinbarung? Über die nächsten Jahre will man insgesamt 23.000 von aktuell 120.000 Arbeitsplätzen über Fluktuation und Altersteilzeit abbauen. Die Produktivität soll in den deutschen Werken um rund 25 Prozent steigen. Bernd Osterloh, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, dazu: ,Die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft sind sicher. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2025 ausgeschlossen. Wir haben dafür gesorgt, dass Zukunftsfahrzeuge in Deutschland und nicht im Ausland gebaut werden." Gleichzeitig investiert VW massiv in neue Technologien, vor allem in die E-Mobilität und Digitalisierung. Das Zauberwort lautet hier ,modularer Elektrobaukasten", kurz MEB. 3,5 Milliarden Euro sollen in den Umbau des Unternehmens fließen und 9.000 zusätzliche, ,zukunftssichere" Arbeitsplätze in diesem Bereich geschaffen werden.

Elektro-Zukunft für deutsche VW-Standorte
Die Fertigung von Elektroautos auf MEB-Basis übernehmen die Werke in Wolfsburg und Zwickau. Der VW e-Golf (noch ohne MEB) wird ab Frühjahr 2017 in der ,Gläsernen Manufaktur" in Dresden gefertigt. Das Werk Emden erhält zur Auslastung ein weiteres, noch nicht benanntes Modell, während Wolfsburg künftig zusätzlich ein Konzernprodukt produziert. Auch die Werke in Braunschweig, Kassel und Salzgitter werden in die MEB-Entwicklung und -Fertigung eingebunden. In Salzgitter soll eine Pilotanlage für Batteriezellen und Zellmodule entstehen.

Einsparungen in Milliardenhöhe
Ab dem Jahr 2020 will VW mit den Maßnahmen des Zukunftspakts 3,7 Milliarden Euro jährlich einsparen, davon entfallen drei Milliarden auf die deutschen Standorte. VW-Chef Diess dazu: ,Wir bauen die gesamte Marke um und nehmen bei Volkswagen unsere Zukunft selbst in die Hand."

Lesen Sie auch:

Stellenabbau bei VW