Elektro-Rekord auf der Nordschleife

Der E-Auto-Hersteller Next EV hat in London seine neue Marke Nio zusammen mit einem neuen Elektro-Supersportwagen der Öffentlichkeit präsentiert. Wie super der Sportler wirklich ist, beweist das Unternehmen mit einem neuen Rundenrekord auf der legendären Nürburgring-Nordschleife. Wir haben alle Infos zum neuen Nio EP9.

1.360 PS und 1.480 Newtonmeter
Das Chassis des EP9 wurde komplett aus Kohlefaser gefertigt, um das Gewicht möglichst niedrig zu halten und die Sicherheit gleichzeitig auf ein Maximum zu heben. So entspricht der Zweisitzer den Sicherheitsnormen der LMP1-Rennwagen-Klasse, die beispielsweise bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start geht. Vier Elektromotoren liefern eine Leistung von 1.360 PS, was exakt einem Megawatt entspricht. Das Drehmoment liegt bei gewaltigen 1.480 Newtonmeter. Dank der enormen Kraft sprintet der EP9 in 2,7 Sekunden auf 100 km/h, der Sprint bis 300 km/h dauert nur 15,9 Sekunden. Allerdings schlagen die Batterien, die für eine Reichweite von bis zu 427 Kilometer sorgen sollen, auch ordentlich auf das Gewicht. Der EP9 wiegt 1.735 Kilogramm, allein 635 davon sind auf die Akkus zurückzuführen, die sich entweder tauschen oder in 45 Minuten vollständig aufladen lassen.

Neuer Nordschleifen-Rekord
Um zu beweisen, wie schnell der EP9 ist, mietete das Unternehmen Ende Oktober 2016 die Nürburgring Nordschleife und schickte Ex-DTM- und Le-Mans-Profi Peter Dumbreck auf eine gezeitete Runde. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit 7:05,12 Minuten ist der Next-EV-Sportler nur knapp acht Sekunden langsamer als der Porsche 918 und offiziell das schnellste Elektro-Auto in der grünen Hölle. Einen großen Anteil daran dürften auch die ausgeklügelte Aerodynamik mit Unterflurdiffusor sowie das aktive Fahrwerk gehabt haben. Der bisherige Rekord für E-Autos lag übrigens bei 7:22 Minuten und wurde mit einem von Toyota auf E-Technik umgebauten Radical gefahren.

1,1 Millionen für eine besser Welt
Der EP9 soll zunächst für den chinesischen Markt gebaut werden und bei Erfolg auch nach Europa und in die USA kommen. Sechs Exemplare sind bisher geplant, der Stückpreis liegt umgerechnet bei rund 1,1 Millionen Euro. Wir sind gespannt, ob sich der EP9 durchsetzen kann oder sich in die lange Reihe von angekündigten E-Projekten einreihen muss, die es am Ende doch nicht gegeben hat.

China und Amerika vereint
Next EV ist ein chinesisch-amerikanisches Start-up-Unternehmen, das sich Fachleute aus der weltweiten Elektro-Branche an Bord geholt hat. Unter anderem sollen ein Ex-Tesla-Manager und ein Designer von BMW zur Firma gehören. Die Entwicklungsstandorte sind in London, Peking, Kalifornien, Shanghai und München angesiedelt. Aus der bayrischen Landeshauptstadt agiert auch der Chefdesigner von Nio, Kris Tomasson. Finanziert wird Next EV von mehreren Quellen. Unter anderem gehören der Uber-Investor Hillhouse Capital und das chinesische Internetunternehmen Tencent zu den Kapitalgebern. Seit 2014 ist Next EV außerdem mit einem eigenen Team in der Formel E am Start.

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