Vor 50 Jahren startete der Trekka in Neuseeland

Die Automobilgeschichte schreibt mitunter außergewöhnliche Geschichten. Etwa diese hier: Ein Geländewagen von einer tschechischen Marke, gebaut in und für Neuseeland. Sein Name: Trekka. Er zählt nicht nur zu den seltensten, sondern auch zu den unbekanntesten Skoda-Modellen. Jetzt wird der kantige Offroader 50 Jahre alt.

Ein Tscheche in Übersee
Alles beginnt im Jahr 1956: In Otahuhu nahe Auckland fungiert das Unternehmen ,Motor Industries International" als Skoda-Importeur für Neuseeland. Aus Steuergründen werden die Autos als CKD-Bausatz geliefert und erst vor Ort zusammengebaut. Darunter ist auch der damalige Octavia, dessen Chassis man in Übersee als recht geländetauglich ansieht. 1965 beginnt die Entwicklung des Skoda Trekka, als robustes Alltagsauto für neuseeländische Bauern, Handwerker und Handelsvertreter. Beteiligt sind neben dem Werk in Mlada Boleslav auch mehrere Dutzend lokale Betriebe. 1966, also vor 50 Jahren, fällt der Startschuss für die Produktion.

Schlichter Anblick
Auch das extrem sachliche Design des Trekka ist eine tschechisch-neuseeländische Kooperation. Im Mittelpunkt stehen einfach herzustellende Karosseriebleche, die dank der schlichten Form einfach instandzusetzen sind. Darunter steckt das Chassis des Skoda Octavia samt steifem Zentralrohrrahmen und Einzelradaufhängung. Der Radstand wird von 2,39 Meter auf 2,16 Meter gekürzt, hinzu kommt eine andere Achsübersetzung und eine Bodenfreiheit von 19 Zentimeter. Ein Allradsystem gibt es hingegen nicht, immerhin verbessert auf Wunsch ein Sperrdifferenzial den Hinterradantrieb.

Klein, aber vielfältig
Motorenseitig steckt ein 1,2-Liter-Vierzylinder mit 47 PS unter der Haube. Er bietet 87 Newtonmeter Drehmoment bei 3.000 Touren an. Allzu schnell wird der Trekka damit nicht, bei 105 bis 110 km/h ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Als Kaufargument wird der damals niedrige Verbrauch von ,nur" elf Liter auf hundert Kilometer angepriesen. Von 1966 bis 1972 entstanden gut 3.000 Fahrzeuge des 3,59 Meter kurzen Trekka, dessen Nutzlast zwischen 450 und 500 Kilogramm liegt. Überraschend ist die seinerzeit große Variantenvielfalt: Im Angebot sind damals ein dreitüriger Pick-up mit bis zu acht Sitzen, ein Planenverdeck, ein festes Kunststoffdach, ein ,Station Wagen" und eine Strandausführung. Sogar exportiert wurde der Trekka und zwar nach Australien, Fidschi, Samoa und Vietnam.

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