So extrem ist der neue Donkervoort D8 GTO-RS

Wenn Ihr Herz für sehr flache, leichte, überschaubar komfortable und beängstigend schnelle Sportwagen schlägt, dann dürfen Sie sich jetzt mal kurz ausgiebig freuen. Warum? Die irren Holländer von Donkervoort sind wieder da. Mit einem komplett neuen Modell. Das zugegebenermaßen fast genauso aussieht, wie das alte Modell. Aber man versicherte uns: Design, Technik – alles in den letzten drei Jahren völlig neu entwickelt. Herausgekommen ist der neue D8 GTO-RS. Er soll noch extremer, schneller und purer sein als bisherige Donkervoorts. Dass sowas geht, ist schon erstaunlich genug. Wie es geht, sagen wir Ihnen jetzt.

Mehr als 380 PS
Da wäre zunächst mal der weiterentwickelte Antrieb. Wie bisher kommt auch im D8 GTO-RS Audis großartiger (und klanggewaltiger) 2,5-Liter-Fünfzylinder-Turbo zum Einsatz. Er erfüllt jetzt Euro 6 und soll dank einer Optimierung des Motormanagements über den gesamten Drehzahlbereich ,ein stark verbessertes Drehmoment" liefern. Wieviel ,stark verbessertes Drehmoment" bedeutet, sagt Donkervoort nicht. Die bisherige Spitzenleistung von 380 PS dürfte jedoch übertroffen werden. Ob das auch für den 0-100-km/h-Wert von 2,8 Sekunden gilt, ist ebenfalls unbekannt. Ganz wichtig aber: Der Verbrauch liegt bei 7,7 Liter im Schnitt. Mitunter ein Verdienst des niedrigen Gewichts. Bisher lag der Carbon-Renner bei 730 Kilo. Für den neuen D8 GTO-RS gibt Donkervoort ein Gewicht von 715 Kilo an. Ein neues, selbstentwickeltes Carbon-Produktionsverfahren namens X-Core soll die Kohlefaser-Komponenten (von denen der D8 mehr als genug hat) dank eines speziellen Sandwich-Schaumverfahrens leichter und steifer machen.

Aerodynamik-Fortschritt
Besonders stolz sind die Niederländer aber auch auf die Verbesserung der Aerodynamik. Ein Auto mit vier freistehenden Rädern zum Aero-König zu machen, ist eher schwierig. Etwas mehr Anpressdruck kann aber trotzdem nicht schaden. Dank neu designter Nase, einer komplett geschlossenen Carbon-Bodenplatte (inklusive Diffusor und Seitenschwellern) und diversen neuen Schwellerchen und Spoilerchen gibt es nun an beiden Achsen 50 Kilo Abtrieb. Gleichzeitig konnte der Luftwiderstand im Vergleich zum alten D8 GTO um 20 Prozent verbessert werden. All das soll die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten erhöhen. Bedenkt man, wie oft man mit diesem asketischen Monstrum hohe Geschwindigkeiten erreichen wird, wirkt das äußerst beruhigend. Die Höchstgeschwindigkeit soll ebenfalls profitieren. Bisher lag sie bei ,über 250 km/h". Genaue Werte gibt es auch hier nicht.

Noch dynamischer
Um die Fahrdynamik des D8 GTO-RS in noch stratossphärischere Höhen zu treiben, setzt Donkervoort auf eine neue Radaufhängung, eine breitere Spur (plus 3,5 Zentimeter) und verbesserte Bremsen. Außerdem serienmäßig an Bord: Eine Traktionskontrolle mit Launch Control, automatischem Zwischengas und Vollgas-Schaltfunktion. Auf Wunsch kann der D8 GTO-RS auch mit Renn-ABS, Renn-ASR sowie einem sequentiellen Getriebe ausgerüstet werden. Wer sich für letzteres entscheidet, gibt damit leider auch die Straßenzulassung ab.

Zahlen und warten
Das wäre ziemlich schade, denn laut Donkervoort soll man den neuen RS nach dem Rennstreckenbesuch ,bequem und völlig entspannt auf jeder gewünschten Strecke heimwärts fahren können". Dazu trägt vermutlich auch der qualitativ verbesserte Innenraum bei, dessen Boden nun aus Sichtcarbon gefertigt ist. Ansonsten gibt es ein paar Instrumente und etwas Alcantara. Der Rest wirkt immer noch ziemlich nackt. Die Kundschaft scheint das alles nicht sonderlich zu stören, denn von den 65 geplanten D8 GTO-RS wurden bereits 42 verkauft. Und das trotz eines Preises von mindestens 180.538 Euro. Sollten Sie sich entschließen, noch in diesem Jahr zu bestellen (als kleines Weihnachtsgeschenk an sich selbst sozusagen), kriegen Sie Ihren neuen, extremeren, schnelleren, pureren Donkervoort voraussichtlich im Januar 2018.

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