Nissan-Mitarbeiter restaurieren Rallye-Auto

Die Rallye Dakar gehört seit beinahe 40 Jahren zu den anspruchsvollsten und gefährlichsten Marathon-Wüsten-Rallyes der Welt. Unzählige Automobilhersteller schickten bereits Abordnungen in die Wüsten von Afrika und Südamerika, um den Wettbewerb für sich zu entscheiden. Im Jahr 1987 brachte Nissan zwei Patrol-Rallyefahrzeuge an den Start, von denen eins nun nach jahrelanger Restaurierung wieder zu seiner ursprünglichen Wirkungsstätte zurückgekehrt ist.

Historischer Erfolg
Der Patrol-Einsatz 1987 fing nicht gut an. Schon kurz nach dem Start versagte der wichtige Begleit-LKW seinen Dienst und die beiden Patrol mit den Startnummern 211 und 212 waren fortan auf sich allein gestellt. Und es kam noch schlimmer: Nummer 212 schied ebenfalls aus, nachdem der Patrol eine Düne hinabgerutscht war. Lediglich die Nummer 211 von Miguel Prieot und Ramon Termens schaffte es bis ins senegalesische Dakar. Dort feierte das Nissan-Team einen fulminanten Erfolg: Sieg der Diesel-Klasse und der erste Selbstzünder, der jemals unter die Top Ten fahren konnte. Nach der Rallye wurde das Auto an einen privaten Sammler verkauft und verschwand von der Bildfläche – vorerst.

Desolater Zustand des Fanta-Limon-Autos
Im Jahr 2014 stießen Mitarbeiter des Entwicklungszentrums, das 1987 für die Vorbereitung der Rallye-Autos zuständig war, auf Fotos der Nummer 211. Der Plan: eine Wiederbelebung pünktlich zum 30. Geburtstag des Erfolges. Sie spürten den Patrol in einer Sammlung im Süden der spanischen Stadt Girona auf. ,Der Motor war in schlechtem Zustand. Man konnte ihn nicht starten, viele Teile waren korrodiert. Auch die Vorderachse war beschädigt. Doch das Schlimmste war die Elektrik, die von Ratten übel zugerichtet worden war", erklärt Juan Villegas, Mitglied des achtköpfigen Restaurationsteams.

Die Wiederauferstehung des Patrol
Doch auch der schlechte Zustand des einst so erfolgreichen Allradlers konnte die Crew nicht abschrecken und so entstand in zweijähriger Arbeit ein wundervoller Rallyewagen, der dem Original in nichts nachsteht. Europaweit wurden Teile gesucht, überholt und verbaut. Nun konnte der Patrol in seiner typischen Fanta-Limon-Lackierung kürzlich sein Comeback in den Dünen der Sahara feiern. ,Dieser Moment macht uns stolz. Wir haben dieses Projekt mit Herz und Verstand verfolgt und es war nicht einfach. Doch dieses Fahrzeug erneut in der Wüste zu sehen, war einfach fantastisch", freut sich Pedro Diaz Illan, Manager für Elektrik und Elektronik im spanischen Entwicklungszentrum und das einzige Mitglied des Original-Teams aus 1987, das heute noch bei Nissan arbeitet.

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