Richtiges Verhalten im Stau will gelernt sein

Es gibt so Momente, da zählt einfach jede Sekunde. Bei einem Formel-1-Boxenstopp zum Beispiel. Oder wenn Sie Ihren besten Kumpel doch noch davon abhalten wollen, vor dem Trau-Altar einen großen Fehler zu begehen. Aber Scherz beiseite. Allein im August 2016 kamen 327 Menschen bei Verkehrsunfällen auf deutschen Straßen ums Leben. Die Zahl der Verletzten lag bei rund 37.000. Und obwohl Fahrschulen, Medien und soziale Netzwerke ihr Bestes geben, scheitert es bei vielen Verkehrsteilnehmern im Falle eines Unfalls immer noch an einer eigentlich so einfachen Übung: der Rettungsgasse. Nun ist bald Weihnachten und weil wir wollen, dass Sie es alle sicher zum Festtagsessen schaffen, haben wir noch einmal haarklein aufgedröselt, wie das mit der Rettungsgasse denn eigentlich funktioniert. Jetzt bitte gut aufpassen!

Zwischen linker Spur und dem Rest
Betrachten wir nun also die Regeln auf Straßen mit mindestens zwei Fahrspuren in eine Richtung: Eigentlich ist es ganz einfach. Passiert ein Unfall, der dann einen Stau nach sich ziehen könnte, weichen alle Fahrzeuge im stockenden Verkehr auf der linken Fahrspur nach links aus. Alle anderen orientieren sich nach rechts. Durch die Gasse, die so gebildet wird, können anschließend Rettungswagen, Feuerwehr und Polizei deutlich schneller an die Unfallstelle gelangen, als es ohne die Rettungsgasse der Fall wäre. Tag für Tag tauchen neue Videos – besonders in den sozialen Netzwerken – auf, die uns schaudern lassen. Erst kürzlich filmte ein Autofahrer, wie ein Rettungswagen in geschlagenen sieben Minuten ganze drei LKW-Längen vorwärts kam. Von einer schnellen Erstversorgung am Unfallort kann so nicht gesprochen werden.

Gasse schon bei stockendem Verkehr bilden
Wichtig bei der Bildung einer Rettungsgasse ist außerdem, dass bereits vor der Bildung eines echten Staus eine Spur für die Einsatzkräfte geschaffen wird. Viele Autofahrer reagieren viel zu spät und ineffektiv auf die Stausituation und versuchen erst direkt vor den Rettungsfahrzeugen eine Gasse zu bilden. Da zu diesem Zeitpunkt aber bereits alle Fahrzeuge stehen, dauert dies meist länger oder ist schlicht nicht machbar. Also: Stockt der Verkehr, ist eine Rettungsgasse zu bilden! Das steht so übrigens auch im Paragraph 11, zweiter Absatz der StVO. Und wer sich die Regeln nicht so merken kann, der darf die ,Rechte Hand"-Regel zur Hilfe nehmen. Dabei stellt beim Blick auf die Hand der Abstand zwischen dem Daumen und den restlichen vier Fingern die Position der Rettungsgasse dar. Ganz einfach. Und jetzt wünschen wir Ihnen allen schon mal eine sichere Heimfahrt und eine schöne Weihnachtszeit.

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